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22.05.2006 

Telemarketing ist nur ein Teil ihrer Charme-Strategie. Heinen-Capellari organisiert auch Schulungen für Betriebsräte und Vertrauensleute, damit diese lernen, auf enttäuschte Mitglieder besser einzugehen: „Am besten funktioniert der Kontakt von Kollege zu Kollege im Betrieb“, sagt sie.

Wie schwer es Gewerkschafter haben, sich zu rechtfertigen, erzählen Betriebsräte der IG BCE in einem Arbeitskreis, mit dem Heinen-Capellari ihre Mitgliederoffensive in die Betriebe trägt. „Die Kollegen bezahlen Beitrag, und dafür wollen sie was sehen!“ sagt einer. „Bei uns in der Betriebsversammlung stehen 200 Leute auf, wenn der Gewerkschaftssekretär zu reden beginnt“, sagt ein anderer. „Die sagen: Der Willi war in der Gewerkschaft und ist entlassen worden. Warum soll ich drin bleiben?“

Walter Lüsebrink hat sich dennoch überzeugen lassen. Als Rentner muss er bald nur noch fünf bis sechs Euro monatlich zahlen statt 30. Und da ist die Altersteilzeit, die ihm nun mehr Zeit lässt für sein 125er-Motorrad, den Chor und den Garten daheim in Euskirchen. Die Altersteilzeit hat, wie ihm die IG BCE noch mal in Erinnerung gebracht hat, die Gewerkschaft durchgesetzt. Am 21. März hat Lüsebrink seinen Austrittsantrag zurückgezogen – telefonisch.

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