Trichet-Nachfolge: Merkel skizziert Anforderungsprofil

Trichet-Nachfolge
Merkel skizziert Anforderungsprofil

Die Debatte um den künftigen EZB-Chef gewinnt an Fahrt. Auch für Kanzlerin Merkel ist nicht zwingend, dass der Trichet-Nachfolger aus Deutschland kommen muss.
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Berlin/DüsseldorfÜber die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet wird nach Aussage der Bundesregierung nicht anhand der Nationalität eines Kandidaten entschieden werden. Entscheidend sei, dass der Nachfolger Trichets die deutschen Vorstellungen zur Bekämpfung der Inflation teile und nicht sein Pass, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er antwortete damit auf die Frage nach den Aussichten des italienischen Zentralbankchefs Mario Draghi, der wie der scheidende Bundesbank-Chef Axel Weber als harter Kämpfer gegen die Inflation gilt, auf den Posten. Trichet hört im Herbst auf.

Der Nachfolger für Weber an der Spitze der Bundesbank soll noch in dieser Woche benannt werden. Einzelheiten wollte Seibert nicht nennen. Auf Personaldiskussionen werde er sich nicht einlassen, erklärte er.

Der scheidende Bundesbank-Präsident Axel Weber galt lange als EZB-Kandidat von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Vergangene Woche verzichtete Weber überraschend. In der schwarz-gelben Koalition wird befürchtet, dass Deutschland nach dem Weber-Rückzug alle Chancen verspielt hat, erstmals den EZB-Präsidenten zu stellen.

Die Debatte um den künftigen EZB-Chef hatte zuvor an Fahrt gewonnen, nachdem Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in einem Interview erklärt hatte, dass der Nachfolger von Jean-Claude Trichet nicht zwingend aus Deutschland kommen müsse. Brüderle (FDP) sagte „Bild.de“, die Nationalität spiele nicht die entscheidende Rolle bei der Besetzung des Postens. „Entscheidend ist vor allem, dass ein Kandidat für den Posten des EZB-Chefs die richtige innere Überzeugung hat: Er muss davon überzeugt sein, dass Inflation keine Probleme löst und wir stabile Preise für Wachstum und Wohlstand unbedingt brauchen“, sagte Brüderle.

Bereits in den nächsten Tagen will die Regierung einen neuen Bundesbank-Chef präsentieren. Eine Entscheidung könnte noch vor der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch fallen, hieß es zu Wochenbeginn in Koalitionskreisen. Seibert sagte zur Nachfolgesuche für Weber, der zum 30. April zurücktritt: „Da wird es in dieser Woche eine gute Personallösung geben.“

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