Trotz Eurokrise Deutschland gleicht Haushalt schon 2012 aus

Höheren Steuereinnahmen und robuster Wirtschaft zum Dank: Schon in diesem Jahr und damit früher als erwartet schafft Deutschland einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Und das ist nicht das einzige, was günstiger ausfällt.
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Der Bundeshaushalt hat sich besser entwickelt als erwartet. Quelle: dapd

Der Bundeshaushalt hat sich besser entwickelt als erwartet.

(Foto: dapd)

BerlinDank kräftig gestiegener Steuereinnahmen erreicht Deutschland früher als geplant wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen zusammen werden bereits dieses Jahr das gesamtstaatliche Maastricht-Defizit vollständig abbauen. Das geht aus der neuen Prognose des Finanzministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt und über die der „Spiegel“ zuvor berichtete.

Noch im Sommer war Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von einem gesamtstaatlichen Minus von einem halben Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgegangen. Zuletzt hatte Deutschland im Jahr 2007 einen leichten Finanzierungsüberschuss erzielt.

Für 2013 und 2014 wird nun sogar ein Überschuss von 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung vorausgesagt. Damit dürfte sich die Kluft in der Euro-Zone, in der die meisten Staaten mit einem wachsenden Defizit zu kämpfen haben, weiter vergrößern. Der Euro-Stabilitätspakt setzt eine Obergrenze von drei Prozent des BIP.

Als Grund für die vorzeitige Erreichung des Etatausgleichs führt das Ministerium eine bessere Entwicklung des Bundeshaushalts an. Trotz neuer Kosten für den Euro-Rettungsschirm im Volumen von zehn Milliarden Euro werde der Bund nur 25 Milliarden Euro neue Schulden machen.

Deutschland

Deutscher Haushaltssaldo

in Mrd. Euro


In dem erst vor rund einer Woche verabschiedeten Nachtragshaushalt war die Regierung noch von 28,1 Milliarden Euro ausgegangen. Dank der hohen Beschäftigung verzeichnen der Fiskus und die Sozialversicherungen derzeit Rekord-Einnahmen.

Auch die Schuldenstandsquote des Gesamtstaates fällt den Angaben zufolge 2012 mit rund 81,5 Prozent um zwei Punkte besser aus als im Sommer erwartet. Damit liegt Deutschland aber immer noch über der maximal erlaubten Quote von 60 Prozent. Hier schlagen vor allem die Kosten für die Bankenrettung zu Buche. Bis zum Jahr 2016 könnte die Schuldenquote aus heutiger Sicht bis auf rund 73 Prozent sinken.

Das um Konjunktur- und Einmaleffekte bereinigte strukturelle Finanzierungssaldo werde in diesem Jahr leicht positiv sein. Damit werde das für den europäischen Fiskalvertrag relevante mittelfristige Haushaltsziel eines Strukturdefizits von maximal 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung deutlich erfüllt.

 
  • dpa
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10 Kommentare zu "Trotz Eurokrise: Deutschland gleicht Haushalt schon 2012 aus"

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  • Kann mich mal jemand aufklären, wie man mit einer Neuverschuldung von "nur" € 25'000'000'000 einen ausgeglichenen Haushalt haben kann.

  • Dann soll Schäuble mal den Schattenhaushalt mit einrechnen, dann sieht es nämlich zappenduster aus.

  • Ausgeglichener Haushalt? Die Lüge der Politiker und Frau Merkel, Hr. Schäuble insbesonders! Ausgeglichen bedeutet für den Bürger: Alle Schulden sind getilgt. Nur Frau Merkel, Herr Schäuble und alle Politiker betreiben die Verschuldung immer schneller voran um Deutschland zu vernichten gemäß Amtseid: Zum Wohle Deutschlands zu wirken!

  • Nun - ein ausserordentliche tiefer Zinsaufwand
    - Beibehaltung der Kalten Progression Einkommenssteuer
    - Erhöhung von Einkommen und Inflation
    - Keine Rückstellung für Kredite/Bürgschaften(GR)
    - Einmaleffekte durch kriminelle Steuerfahndung
    Was passiert wenn diese Positiveffekte für ausfallen?
    Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck das bei der Bürokratie in Deutschland gespart wird. Der Beamte muss nicht sparen oder gar Einschnitte bei der persönlichen Vorsorge befürchten, solange der Staat die Steuern erhöhen kann. Aber ganz ehrlich, der Deutsche will diesen Staat so wie er ist. Basta.

  • Ja aber erst kommt das Sandmänchen und dann der Weihnachtsman und dann der Osterhase und dann erst die Währungreform !

  • Die Bundesregierung hat dieses Jahr SChulden gemacht, sie wird nächstes Jahr Schulden machen, und unser Schuldenberg wird weiter wachsen.
    Was soll das Gefasel vom "ausgeglichenen Haushalt" ?
    Soll ich auch mal ein "Leistungsdefizit" bei meinen Steuerzahlungen einführen ?
    Alles Worthülsen und Nebelkerzen ...

  • "Höheren Steuereinnahmen und robuster Wirtschaft zum Dank:"

    Und die höheren Steuereinnahmen gehen zum Teil auf die kalte Progression bei der Einkommensteuer zurück. Obwohl dies eindeutig eine Benachteiligung (man könnte es auch härter formulieren und von Betrug sprechen)der Lohn- und Einkommensteuerzahler ist, die bei einer Einkommenserhöhung von 2 Prozent und einer Inflation von mindestens auch 2 Prozent real nichts gewonnen haben, müssen sie für die nominal gestiegenen Löhne im Rahmen des progressiven Einkommensteuertarifs mehr Steuern zahlen. Gratuliere Herr Schäuble zu Ihrem Steuermehraufkommen, das in diesem Bereich unter "Abzocke" fällt. Und hier haben Sie kein Geld für diese notwendige Entlastung. Sie pumpen ja Milliarden an Euro über Griechenland der Finanzindustrie und damit den Bankstern und Abzockern zu. Kein Wunder, dass der von Ihnen wie eine Weihnachtsgans gerupfte Steuerzahler auch weiterhin bluten muss.

  • Deutschland ist so weit von einem ausgeglichenen Haushalt entfernt, wie die Sonne vom Mars. Mit solcherlei Berichterstattung macht sich das Handelsblatt so überflüssig wie die FTD.

  • es muss heißen: .... noch (!) solventen ....

  • Griechenland und andere werden sich über den solventen Zahlmeister freuen!

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