Trotz Finanzkrise
Gewerbesteuereinnahmen nehmen Kurs auf Allzeithoch

Trotz der Finanzkrise: Der Boom bei den Gewerbesteuerneinnahmen hält an. Konjunktureinbruch und Unternehmensteuerreform scheinen der wichtigsten Kommunalsteuer nichts anhaben zu können. Nach einer Umfrage des Deutschen Städtetags unter seinen Mitgliedern legte das Aufkommen im dritten Quartal um 13 Prozent zu, wie das Handelsblatt erfuhr.

DÜSSELDORF. Die Umfrage des Städtetags deckt etwa die Hälfte des Gesamtaufkommens ab. Sie ist der einzig zeitnahe Indikator für die Gewerbesteuerentwicklung; amtliche Daten werden etwa mit einem Quartal Verzögerung veröffentlicht. Bemessungsgrundlage der Steuer ist vor allem der Betriebsgewinn.

Steuerschätzerkreise erwarten, dass das Vorjahresergebnis von 40,1 Mrd. Euro 2008 „deutlich übertroffen“ wird. Das wäre das fünfte Rekordjahr in Folge. Noch im Mai hatte der Arbeitskreis Steuerschätzung einen Einbruch im laufenden Jahr von fast zehn Prozent vorhergesagt. Wesentlicher Grund für den erwarteten Rückgang war die Unternehmensteuerreform, die die Wirtschaft dieses Jahr unter dem Strich von 2,1 Mrd. Euro Gewerbesteuer entlasten sollte.

Etwas nach oben verzerrt wird das Ergebnis dadurch, dass das dritte Quartal 2007 aufgrund eines Sondereffekts schlecht ausfiel. Bonn musste einem Großunternehmen Steuern erstatten; dies führte dazu, dass Bonn 2007 fast komplett ohne Gewerbesteuereinnahmen auskommen musste. Dennoch zeigten sich Steuerschätzer überrascht. „Das ist ein sehr schönes Ergebnis“, hieß es. Unklar sei, welche Folgen die Finanzkrise für die Gewerbesteuer-Entwicklung kommendes Jahr haben werde. Ein leichter Rückgang sei wahrscheinlich.

Allerdings dürften die Folgen für die einzelnen Städte sehr unterschiedlich sei. Münchens Bürgermeister Christian Ude sprach von „ernsthaften Bedrohung. Denn Banken und Versicherungen zahlten dort bislang ein Viertel des Gewerbsteueraufkommens – wohl ein bundesweiter Rekord.

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