Trotz Gegenwind
Petry erneut Spitzenkandidatin der Sachsen-AfD

Der Flügelkampf in der AfD bestimmt auch den sächsischen Landesparteitag. Bundes- und Landeschefin Petry wird direkt kritisiert – bleibt aber auf dem Spitzenplatz der Landesliste für die Bundestagswahl.
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WeinböhlaTrotz teils heftiger Kritik an ihrer Führung ist Parteichefin Frauke Petry zur AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl in Sachsen gewählt worden. Beim Landesparteitag in Weinböhla (Landkreis Meißen) stimmten am Sonntag knapp 72 Prozent der fast 280 Delegierten für die Landes- und Bundesvorsitzende auf Platz eins der Landesliste. Die 41-Jährige musste sich zwei Gegenkandidaten stellen, die ihr vorwarfen, mit ihrer Haltung gegen den sogenannten Höcke-Flügel die Partei zu spalten. Auf Platz zwei der Liste wählten die Delegierten mit gut 77 Prozent den umstrittenen Dresdner Richter Jens Maier, der als Vertreter des Lagers um den Thüringer AfD-Rechtsaußen und Petry-Kontrahenten Björn Höcke gilt. Er hatte keine Gegenkandidaten.

Schon zu Beginn des Parteitags hatte der Landesvorstand von der Basis einen Dämpfer erhalten. Mit deutlicher Mehrheit forderten die Delegierten den Vorstand auf, einen Beschluss für ein Parteiausschlussverfahren gegen Maier zurückzunehmen. Dieser war nach einer Rede im Januar bei einer Dresdner Veranstaltung gefasst worden, bei der auch Höcke aufgetreten war und mit Kritik an der Vergangenheitsbewältigung für bundesweite Empörung gesorgt hatte.

Petry rechtfertigte den Beschluss. Es müsse geprüft werden, ob Maiers Äußerungen zu einem angeblichen deutschen „Schuldkult“ sowie „Mischvölkern“ der Partei geschadet hätten. „Ansonsten gilt unser Schweigen als Zustimmung für alles, was in der AfD gesagt wird.“ Maier beklagte, dass er über die Vorwürfe nicht informiert worden sei. „Mir sind die Gründe völlig unbekannt.“

Petry und Maier waren bereits Ende Januar wie auch die übrigen ersten fünf Listenkandidaten auf einem Parteitag in Klipphausen gewählt worden. Aus Zeitmangel war die Aufstellungsversammlung jedoch unterbrochen worden. Um rechtliche Unsicherheiten auszuschließen, hatte der Parteitag in Weinböhla eine Neuwahl der Liste beschlossen. In Klipphausen hatte Petry - damals noch ohne Gegenkandidaten - 79,1 Prozent der Stimmen erhalten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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