Trotz Gegenwind Von der Leyen weiter für Frauenquote

Ursula von der Leyen setzt sich weiterhin für eine gesetzliche Frauenquote in deutschen Führungsetagen ein. Sie spricht damit aus, was 70 Prozent der Deutschen denken, aber widersetzt sich dem Machtwort der Kanzlerin.
23 Kommentare
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Quelle: dpa

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.

(Foto: dpa)

BerlinBundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will sich einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge trotz des Machtworts von Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) für eine verbindliche Frauenquote in den Vorständen und Aufsichtsräten der deutschen Dax-Unternehmen einsetzen. „Die Führungsspitzen von deutschen Großunternehmen sind immer noch geschlossene Zirkel“, kritisierte sie im Gespräch mit der Zeitschrift. „Da wechseln häufig dieselben Männer zwischen Vorständen und Aufsichtsräten.“

Wegen dieses „Verschiebebahnhofs“ gebe es immer noch viel zu wenige Frauen an der Spitze dieser Firmen. Derzeit sind von rund 180 Vorstandsposten in den Dax-Unternehmen nur fünf von Frauen besetzt. „Ich jedenfalls werde einen Zuwachs von einem halben Prozentpunkt in zehn Jahren nicht als Revolution feiern.“

Von der Leyen macht sich für eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent für Dax-Unternehmen bis zum Jahr 2018 stark. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt das Vorhaben aber nicht. Auch Familienministerin Kristina Schröder (CDU) zieht eine für jedes Unternehmen unterschiedliche „Flexi-Quote“ zur Förderung von weiblichen Führungskräften vor. Im März hatten sich die 30 Dax-Unternehmen verpflichtet, mehr für die Frauenförderung zu tun und versichert, in diesem Jahr eine selbst definierte Quote festzulegen.

Deutsche wollen Frauenquote für Führungspositionen

Die Mehrheit der Bundesbürger ist für die Einführung einer gesetzlichen Frauenquote. In einer repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hätten sich 70 Prozent der Bevölkerung für gesetzliche Regelung ausgesprochen, berichtete die „Welt am Sonntag“, der die bisher unveröffentlichte Umfrage vorliegt. Demnach sind 79 Prozent der Frauen und 62 Prozent der Männer in Deutschland der Meinung, die Politik solle eine höhere Zahl an weiblichen Führungskräften gesetzlich verankern.

Zudem sind 95 Prozent der Frauen der Auffassung, es gebe in Deutschland genügend Frauen, die für eine Tätigkeit im Topmanagement geeignet sind. Auch 88 Prozent der befragten Männer stimmen dieser Aussage zu.

Schwesig kritisiert „steinzeitliche“ Chefetagen

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig kritisierte: „Noch nie waren junge Frauen in Deutschland so gut qualifiziert wie heute, aber Deutschlands Chefetagen sind bei der Frauenförderung noch in der Steinzeit.“ Sie forderte eine gesetzlich geregelte Frauenquote von mindestens 40 Prozent für Vorstände und Aufsichtsräte der großen deutschen Unternehmen. „Freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft haben zu nichts geführt.“ Und in der Bundesregierung herrsche Blockade statt Frauenförderung.

  • dpa
  • dapd
Startseite

Mehr zu: Trotz Gegenwind - Von der Leyen hält an Frauenquote fest

23 Kommentare zu "Trotz Gegenwind: Von der Leyen hält an Frauenquote fest"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die gute Frau Le Pen ist nur Vasallin ihres Vaters - schlechtes Beispiel, ganz schlechtes Beispiel.

  • @ margrit117888
    Sie hinken der Zeit deutlich hinterher, und nicht nur in einer Hinsicht.
    Zivildienst gibts nicht mehr - schon mitbekommen?

  • Ich danke Ihnen!
    Endlich mal ein Kommentar der exakt das ausspricht, dass ich fast nur beobachte.So siehts nämlich aus.

    Der von M_L genannte Sachverhalt ist der wahre Grund, warum viele Personaler mehr über das Privatleben wissen möchten bei dem Bewerbungsgespräch. Selbst Frauen im Personal äußern sich inoffiziell gegen Frauen. Der Grund liegt wie oben beschrieben an deren Neigung dem Partner zu folgen. Ich kann ohne mit der Wimper zu zucken behaupten, dass 99% aller Frauen in meinem Freundes-, Bekannten- und Verwandtenkreis dies taten.
    Daher ist es nur verständlich, dass das Personal wissen möchte, wo z.B. der Freund/Lebenspartner wohnt.

    Klingt sehr billig formuliert, entspricht aber der Wahrheit. Aus diesem Grund hat mein früherer Arbeitgeber (Industrienunternehmen mit über 250.000 Mitarbeiter) sich strikt gegen Frauen mit Fernbeziehung entschieden. Wenn man online nichts über die Bewerber erfahren konnte, dann war es keine Seltenheit, dass man Detektive losschickte. Alles nur, um langfristig mit der Bewerberin planen zu können. Irgendwann hatte man sich auch entschieden - wenn Frau nicht gerade Vitamin B hatte - sie auf Assistenzpositionen zu setzen, weil man dort gewährleisten konnte schnell wen neues einarbeiten zu können.

    Nach meiner Erfahrung wissen viele Frauen gar nicht was sie - erreichen - wollen. Sie lassen sich gerne von anderen leiten, allen voran dem Partner.

  • Eine pauschale Quote von 30% im Top-Management wäre Gift für Branchen, deren Management sich aus Studiengängen (z.B. E-Technik, Maschinenbau, Physik) mit geringem Frauenanteil rekrutiert. Eine Quote müsste sich am Anteil weibl. Absolventen in den relev. Studiengängen orientieren. Allerdings sind Frauen selbst in Branchen mit hohem Frauenanteil in Führungsetagen stark unterrepräsentiert und dies obwohl nach meiner Erfahrung geeignete Frauen händeringend gesucht werden. Eine Hauptursache dieses Paradoxons scheint, dass geeignete Frauen oft Partner haben die auch beruflich ambitioniert sind. Da eine Managementposition in der Industrie – insbes. wenn das Geschäft international ist - Einsatz, Präsenz, Bereitschaft zum Reisen oder Wohnortwechsel und zeitliche Flexibilität auch außerhalb normaler Arbeitszeiten erfordert. Dies lässt sich mit Kindern nur darstellen, wenn der Partner eine deutlich größere berufl. Flexibilität hat oder keine Karriere anstrebt. So scheint es besser zu klappen, wenn einer der Partner im öffentl. Dienst oder einem Freien Beruf arbeitet. Das beide Eltern eine Managementkarriere in der Industrie machen ist äußerst selten. In diesem Umfeld Frauen und Männer gleichbehandelt: Männer, welche die o.g. Anforderungen nicht erfüllen, z.B. weil sie sich mit ihrer Partnerin die Kindererziehung gleichberechtigt teilen, werden auch nicht auf Managementpositionen befördert. Man kann sich eine bessere "Work-Life-Balance" für Manager/innen wünschen, doch dies ist angesichts des Wettbewerbs - auch aus Ländern wie China oder Indien wo das Thema ein verzichtbarer Luxus ist – ein sehr schwieriger Weg. Letztlich müssen Frauen und Männer die eine Managementkarriere anstreben bei der Partnerwahl darauf achten, dass dies mit dem Lebensentwurf und Beruf des Partners vereinbar ist. Für Frauen heißt das ggf. einen Partner zu wählen, der beruflich weniger ambitioniert ist. Dies ist eine sehr persönliche Entscheidung, fernab von den diskutierten Quoten. ML

  • Warum wird von der Hl. Ursula nicht die Forderung gestellt, dass 50% aller Stellen in lebensgefährlichen Berufen (Feuerwehr, Katastrophenschutz, Polizei, Bergwerke, Hochöfen etc.) von Frauen besetzt sein müssen?

    Wieso wird die Tatsache verschwiegen, dass beim Umgang mit teratogenen Substanzen (Erbgut eines Fötus verändernd) keine Frauen eingesetzt werden dürfen (vom Gesetzgeber vorgeschrieben!), wenn die Grenzkonzentration überschritten wird.

  • Danke.

  • Ich hätte da einen guten Vorschlag für die Firmen. Sie soltlen sofort 30% ihrer Männer mal nach Hause schicken und dann Stellengesuche aufgeben nur für Frauen.
    Mal sehen, wie viele sich melden und vor allem wie viele für diverse Führungspositionen geeignet sind.
    Der Stillstand in den Betreiben wird dann it der Quote erklärt, die leider leider nicht nicht funktioniert.

  • Was reden Sie von Gleichberechtigung von Frauen?
    Also in Führungsberufe geht Frau mit Quote.
    So lange ich keine Frauen auf dem Müllwagen sehe, beim Straßenbau oder im Zivildienst usw., kann von Gleichberechtigung nicht die Rede sein.Die Emanzen-Frauen suchen sich immer nur die Rosinen raus, so funktioniert Gleichberechtigung nicht.
    Im übrigen, ist für wirklich gute Frauen, die alles schaffen können und auch schaffen, die Quote eine große Beleidigung.
    Ich will meinen Job weil ich es drau habe und nicht weil die Quote erfüllt werden muß
    Es wir Zeit, dass diese sozialistische v. d. Leyen endlich mal ihre dumme Klappe hält.
    Es gab gestern gute Frauen - es gibt sie heute - und es wird sie morgen geben, ohne Quote, ganz einfach weil sie es können und was drauf haben

  • Der Regulierungswahn dieser Chaoten-Koalition kennt keine Grenzen.

  • Diese repraesentative Umfrage moechte ich dann doch sehr gern sehen.....ich persoenlich bezweifle das. Warum greift der Staat hier ein, wo sich der Markt selbst regulieren sollte. Und ueberhaupt....hatte nicht erst vor kurzem Arbeitgeberpraesident Hundt Frau von der Leyens eigene Personalstruktur stark kritisiert? Er wenn das eigene Haus bestellt ist, sollte man bellen......

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%