Trotz positiver Zwischenbilanz des Ausbildungspakts
DIHK: Lehrstellenlücke bleibt

Sechs Wochen nach Unterzeichnung des Ausbildungspakts haben Industrie- und Handwerk eine positive Zwischenbilanz gezogen. „Der Pakt wirkt“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, am Mittwoch in Berlin.

HB BERLIN. Bis Mitte Juli seien allein im Bereich des DIHK 18 900 neue Ausbildungsplätze gewonnen worden. „Viele Anzeichen deuten darauf hin, dass der positive Trend sich in den nächsten Monaten fortsetzt“, sagte Braun. Insgesamt hatte die Wirtschaft im freiwilligen Ausbildungspakt 30 000 neue Ausbildungsplätze zugesagt.

Allerdings geht auch der DIHK davon aus, dass zum Ende des Ausbildungsjahres, dem 30. September, 20 000 bis 30 000 Jugendliche noch ohne Ausbildungsplatz sind. Dies müsse der Startschuss für weitere Bemühungen sein, sagte Braun. So sollen Jugendliche ohne Lehrstelle einem „Kompetenzcheck“ unterzogen werden, um ihnen doch noch eine Ausbildung oder ein Praktikum zu vermitteln. Der 30. September sei für den Erfolg des Paktes nicht entscheidend. „Wir können erst zum Jahresende bilanzieren.“

Der anhaltende Abbau von Arbeitsplätzen in der deutschen Wirtschaft betreffe auch Lehrstellen, sagte Braun weiter. „Neue Ausbildungsplätze sind deshalb keine zusätzlichen Plätze.“ Nach Schätzungen sind in diesem Jahr etwa 18 000 Ausbildungsplätze verloren gegangen. Zur Forderung, die Vergütung für Auszubildende zu reduzieren, meinte Braun, dies sei Sache der Tarifparteien. Er befürworte aber auch „pragmatische Lösungen vor Ort“.

Insgesamt komme die „ein Stück weit bessere Grundstimmung“ in der Wirtschaft auch der Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu Gute. Dazu kämen massive Anstrengungen der Wirtschaft im Rahmen des Ausbildungspakts. 396 000 Betriebe seien schriftlich angesprochen worden, rund 68 000 persönlich. Ende Juli seien 3,9 % mehr Ausbildungsverträge unterzeichnet gewesen als im Vorjahr. „Das sind erfreuliche Zahlen“, meinte Braun.

Auch Handwerks-Präsident Dieter Philipp ist optimistisch, seine Zusagen zum Ausbildungspakt einhalten zu können. Bis Ende Juli wurden 6202 Betriebe neu als Ausbildungsbetriebe gewonnen, teilte der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Mittwoch mit. Er sei zuversichtlich, dass das Handwerk seinen Anteil von 30 % an der Gesamtzahl der zugesagten 30 000 neuen Ausbildungsplätze nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen werde, sagte Philipp.

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