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Trotz Praxisgebühr: Die Deutschen gehen häufiger zum Arzt

Trotz Praxisgebühr und höherer Zuzahlungen gehen die Deutschen häufiger zum Arzt als früher. 2005 bezeichneten sich 13 Prozent der Bevölkerung als krank und die meisten von ihnen nehmen deshalb ärztliche Hilfe in Anspruch. Obendrein werden die Deutschen immer dicker, laut Mikrozensus ist schon jeder zweiter Erwachsene übergewichtig.

Trotz Praxisgebühr gingen die Deutschen 2005 häufiger zum Arzt.
Trotz Praxisgebühr gingen die Deutschen 2005 häufiger zum Arzt.

HB BERLIN. Dies sind einige Ergebnisse der jüngsten Mikrozensus-Erhebung, die der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, am Dienstag in Berlin vorstellte. Demnach gingen im vergangenen Jahr 89 Prozent aller Kranken zum Arzt. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als 2003. Davon lassen sie sich auch nicht von Praxisgebühren und Zuzahlungen bei Behandlungen und Medikamenten abschrecken. "Wahrscheinlich hat bei den Leuten die Vernunft gesiegt", vermutete Gesundheits-Expertin Evelyn Laue.

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Der Anteil derjenigen, die sich trotz Krankheit nicht in Behandlung begeben, ging von 12,5 Prozent 2003 auf zehn Prozent zurück. Bei den 15- bis 39-Jährigen waren nur neun Prozent krank, bei den über 65-Jährigen hatte fast jeder Vierte (22 Prozent) Beschwerden.

Zudem stellte die Studie fest, dass sich der Trend zu kinderlosen Haushalten verstärkt und dass die Traditionsfamilie aus Ehepaaren mit Kindern in Deutschland an Bedeutung verliert. Von den insgesamt 12,6 Mill. Familien mit Kindern waren 2005 73 Prozent Ehepaare, berichtete das Statistische Bundesamt. 1996 waren es noch 79 Prozent. In Ostdeutschland ging der Anteil von 72 auf sogar 62 Prozent zurück.

Während in 22 Prozent der Haushalte 2005 ausschließlich Senioren lebten, betrug der Anteil der Haushalte mit minderjährigen Kindern 23 Prozent. Insgesamt sank der Anteil der Haushalte mit zwei Generationen unter einem Dach seit 1991 um sieben Prozentpunkte, die Zahl der Single-Haushalte nahm um vier Prozentpunkte zu.

Der Anteil der Alleinerziehenden und der Paare ohne Trauschein - aber mit Kindern - nahm dagegen um vier beziehungsweise zwei Prozentpunkte zu. Als kinderlose Paare lebten 28 Prozent der Bevölkerung, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen.

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