Trotz Steuersenkung
Deutscher Fiskus schreckt ausländische Spitzenkräfte ab

HB DÜSSELDORF. Deutschland bleibt trotz der Einkommensteuersenkung Anfang des Jahres für hoch qualifizierte und mobile Arbeitnehmer ein Hochsteuerland. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse-Coopers (PwC) und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), die dem Handelsblatt (Montagausgabe) vorliegt. Unter 18 untersuchten europäischen Staaten nimmt Deutschland nur Platz 14 ein.

„Um attraktive Standortbedingungen zu schaffen, muss die Politik neben den Unternehmensteuern auch die Spitzenbelastung bei der Einkommensteuer verringern“, sagte PwC-Vorstand Dieter Endres dem Handelsblatt. Die Experten haben die Steuer- und Abgabenbelastung von Mitarbeitern verglichen, die US-Konzerne nach Europa entsenden. Nach Endres’ Angaben kostet ein in Deutschland arbeitender Experte, der 75.000 Euro netto verdient, das US-Unternehmen fast 177.000 Euro. Da bei Auslandseinsätzen qualifizierter Arbeitnehmer Nettolohnvereinbarungen üblich seien, müsse das Unternehmen die Steuern bezahlen, sagte Endres. Die effektive Steuerbelastung sei somit ein wichtiger Faktor bei der Standortwahl.

Deutschlands Rang 14 erklärt sich nicht aus dem Spitzensteuersatz von 42 Prozent oder dem Grenzwert, ab dem der Satz gezahlt werden muss. Beide Werte liegen im europäischen Durchschnitt. Entscheidend ist vielmehr, dass viele europäische Länder ausländischen Fachleuten steuerliche Vergünstigungen einräumen, Deutschland aber nicht. Um Spitzenkräfte nach Deutschland holen zu können, müsse man ihnen ermöglichen, ihr Bruttogehalt drei Jahre lang pauschal mit 30 Prozent zu versteuern, fordert Hessens Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU).

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