Trump und die Wirtschaft
Der Honeymoon ist vorbei

Trump ist für die US-Wirtschaft Fluch und Segen zugleich. Der US-Präsident macht den Konzernen Geschenke, doch die Kunden drohen mit Ächtung der Produkte. Die Konzernchefs stehen vor der Wahl: Boykott oder Kooperation.
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WashingtonAm Freitag war wieder Showtime im Weißen Haus, Donald Trump war in seiner Lieblingsrolle zu sehen: als zupackender Boss der America, Inc. Umgeben von der Wirtschaftselite des Landes im Weißen Haus sitzt er da, alle Augen und Objektive auf ihn gerichtet. Trump spricht von seinem Versprechen, die amerikanische Industrie zu altem Glanz zu führen: „Wir bringen Jobs zurück. Wir bringen die Steuersätze runter. Wir werden eure Regulierungslasten senken.“

Was die Kameras nicht einfangen, sind die Zweifel, die Zerrissenheit, die Skrupel, die viele der anwesenden Unternehmenschefs mit sich herumtragen. Trump ist Fluch und Segen für Amerikas Spitzenmanager, auch jene, die zu seinem Wirtschaftsrat zählen. Die Regierung verspricht weniger Steuern und weniger Vorschriften, sie treibt aber auch ihre geschäftsschädigende Vision einer Festung Amerika voran. Trump verhängt Einreisesperren gegen sieben muslimische Länder, droht mit Zollstrafen und treibt Pläne zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voran.

Erst zwei Wochen ist die Trump-Ära alt, doch schon gibt es Gewinner und Verlierer. Zu den Gewinnern zählen Banken, Ölkonzerne und Bergbau-Unternehmen. Sie beglücken der neue Präsident und seine republikanischen Parteifreunde im Kongress. Trump lockert die Finanzreform seines Vorgängers Barack Obama. Das Abgeordnetenhaus beschließt, Ölfirmen von der Last zu befreien, ihre (Schmier-)Geldzahlungen an ausländische Regierungen offenzulegen. Und der Senat verabschiedet ein Reformgesetz, das mit einer Vorschrift aufräumt, die Gebirgsbäche und Flüsse in Bergbaugebieten schützen soll.

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