TU-München-Präsident Herrmann
„Wir kommen unter die ersten 25 weltweit“

Die ersten drei deutschen Elite-Universitäten stehen fest. Die TH Karlsruhe, die TU München und die Universität München erhalten künftig Fördergelder in Millionenhöhe, um ihre Spitzenforschung voranzutreiben. Das Handelsblatt sprach mit dem Präsidenten der Sieger-Universität TU München, Wolfgang Herrmann, über seine Zukunftsvision.

Handelsblatt: Die TU München (TUM) ist nun Exzellenzuni - was tun Sie mit dem zusätzlichen Geld?

Herrmann: Wir geben es im Kern für die Förderung der besten Talente aus: An unserem neuen Institut für Advanced Studies (IAS) werden bis zu 25 Spitzenforscher der TUM zusammen mit internationalen Kollegen, 30 Nachwuchsforschern und Topforschern aus der Industrie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können, ohne mit der Verwaltung und sonstigem Papierkram belastet zu sein. Die zehn Mill. Euro für den Bau des Zentralgebäudes zahlt ein bayerisches Unternehmen, das ich noch nicht nennen kann.

Auf welchen Gebieten forscht das IAS?

Ingenieur- und Naturwissenschaft, Life Science und Medizin. Vorbild ist das legendäre interdisziplinäre IAS in Princeton, das 1930 für Albert Einstein gegründet wurde. Wir integrieren nun erstmals auch die Ingenieurwissenschaften - das ist der Pfiff daran. Alle anderen sind Humanities und Sozialwissenschaften.

Was bringt Interdisziplinariät?

Ein Beispiel ist die Erkenntnisfähigkeit technischer Systeme: Wie bringt man ihnen bei, zu denken und auf Überraschungen zu reagieren? Dafür müssen Neurowissenschaftler und Ingenieure zusammenarbeiten.

Werden die Top-Forscher auch von der Lehre „befreit“?

Sie können frei entscheiden, was und wie viel sie lehren. Ein Top-Forscher wird immer Verbindung zu seinen Top-Studenten halten. Wahrscheinlich werden sie dann mit einer ausgewählten Gruppe arbeiten.

Zahlen sie höhere Gehälter?

Das ist nicht nötig, weil diese Leute schon heute wissenschaftlich gut verankert sind. Entscheidend ist, dass die Forscher frei sind und erhebliche Mittel für die Forschung erhalten, um ihre Kreativität zu entfalten.

Die TUM hat heute einJahresbudget von rund 435 Mill. Euro (einschließlich 135 Mill. Euro von außen) und bekommt nun knapp 30 Mill. dazu. Reicht das, um etwa mit der international erfolgreichen ETH Zürich zu konkurrieren?

Das reicht bei weitem nicht, denn die ETH hat pro Student oder Professor drei mal soviel Geld. Aber: Mit dem IAS wird eine Eliteeinrichtung geschaffen, die im Wettbewerb neue Kräfte freisetzt – das hat Vorbildcharakter, da will dann jeder hin. Das steigert die Effizienz.

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