Türkei vs. Gülen-Anhänger
Erdogan-Gegner sollen leichter eingebürgert werden

  • 9

„Sonst spielt man Erdogans Diktatur noch in die Hände“

Laut der Zeitung sind in Hamburg mindestens vier Fälle von einbehaltenen Pässen der Behörde für Inneres bekannt. „Uns offenbart sich hier ein neues Phänomen“, wird ein Sprecher der Stadt zitiert. „Wir beobachten die weitere Entwicklung und stehen diesbezüglich auch in Kontakt mit anderen Behörden. Der „Welt am Sonntag“ sind nach eigenen Angaben weitere Fälle von Türken kurdischer Herkunft bekannt, denen ihre Pässe abgenommen worden sind. Nach deren Angaben soll es auch zu Zwangsenteignungen, Kontopfändungen und körperlicher Gewalt gekommen sein.

Der Unions-Obmann im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, Roderich Kiesewetter (CDU), forderte von der Bundesregierung Hilfe für die Betroffenen. „Das Bundesinnenministerium sollte in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt prüfen, wie eine einzurichtende Task Force generell in solchen Fällen Unterstützung für Betroffene sowie Monitoring der Aktivitäten ausländischer Organe leisten könnte“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt.

Berichte über sich häufende Drangsalierungen der Opposition nahestehender Türken durch Vertretungen in Deutschland seien „sehr ernst zu nehmen“, betonte der CDU-Politiker. Es sei durchaus glaubhaft, dass die türkische Regierung in Deutschland mit dem höchsten türkischen Bevölkerungsanteil seinen Einfluss auf regierungskritische Kräfte ausweiten wolle.

Die Außenexpertin der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, rief die Bundesregierung ebenfalls zum Handeln auf. „Die Bundesregierung muss sofort den türkischen Botschafter einbestellen, um Aufklärung über die Ausbürgerungen und Passentziehungen zu erhalten“, sagte Dagdelen dem Handelsblatt. „Bei einbürgerungswilligen Türken sollte auf die türkische Entlassungsurkunde verzichtet werden, sonst spielt man Erdogans Diktatur noch in die Hände.“ Dagdelen befürchtet eine neue Eskalation im deutsch-türkischen Verhältnis. Die Bundesregierung müsse daher „endlich handeln und Zeichen gegen Erdogan setzen“.

Seite 1:

Erdogan-Gegner sollen leichter eingebürgert werden

Seite 2:

„Sonst spielt man Erdogans Diktatur noch in die Hände“

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik

Kommentare zu " Türkei vs. Gülen-Anhänger: Erdogan-Gegner sollen leichter eingebürgert werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wieso arbeiten wenn man als Schatzsuchender in Deutschland mit 17 auf Rente gehen kann?
    Deshalb bin ich ausgewandert. Ueber mir lacht jetzt die Sonne, ueber Deutschland die ganze Welt.

  • Herr Peter Spiegel - 20.03.2017, 16:05 Uhr

    Die Juso-Chefin hat doch ein weltweites Recht für jedermann gefordert, um nach Deutschland einzureisen.
    Jeder,der will und kann, darf kommen und bleiben.
    Abgehobener und unrealistischer geht's wirklich nicht mehr. Solche Forderungen kennt man sonst nur von den Grünen.

  • Rainer von Horn - 20.03.2017, 15:42 Uhr

    ...so 100 Mio Chinesen könnten sich da gleich noch dranhängen. Passen doch locker noch hier in Deutschland rein.

    Wieso Sonderzuwendungen? Nein, das ist das falsche Weg.
    Die Roten und Grünen erhoffen sich davon nur mehr Wähler, aber sie merken nicht, dass sie sich damit selbst abschaffen werden.
    Und ausserdem ...die Geister, die ich rief.........

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%