TV-Duell
Seehofer: Union muss hart kämpfen

Nicht alle Politiker der Union werten den Auftritt von Kanzlerin Angela Merkel beim TV-Duell als Erfolg. So mahnte CSU-Chef Horst Seehofer die Christdemokraten zu einem engagierten Wahlkampf-Endspurt an.

HB BERLIN/MÜNCHEN. "Die Wahl ist offen", sagte Seehofer am Montag in München. Er erwarte eine "spannende Endphase im Wahlkampf". Seehofer lobte Merkels Auftritt am Sonntagabend. "Ich war sehr zufrieden mit unserer Kanzlerin", sagte der CSU-Chef. Es habe sich aber gezeigt, dass die Union noch hart kämpfen müsse, um die Wahl zu gewinnen.

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erklärte, das Duell sei "sehr sachlich" gewesen. "Und Sachlichkeit muss ja nicht immer das Schlimmste sein", sagte der CSU-Politiker.

Trotz der gemischten Bewertung des TV-Duells am Sonntag durch die Zuschauer haben sich CDU-Spitzenpolitiker am Montag zufrieden mit dem Auftritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gezeigt. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte am Montag vor einer CDU-Präsidiumssitzung: "Angela Merkel hat Recht gehabt, ihrem Stil treu zu bleiben." Die für viele unerwartet gute Resonanz des SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier wollte Koch nicht überbewerten: Viele hätten Steinmeier das erste Mal über eine längere Strecke erlebt. "Es gibt auch Leute, die positiv überrascht sind, dass er die Sätze seiner Partei einigermaßen gerade sagen kann."

Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, er habe einen Kanzlerkandidaten der SPD erlebt, "der auf die Frage, wie er eine Regierung bilden will, keine Antwort gegeben hat". Steinmeier habe viel darüber gesprochen, was er nicht wolle. Dies sei nicht ausreichend gewesen. "Es ist deutlich geworden, wer in der Regierung führt, und wer geführt wird."

Der niedersächsische Regierungschef Christian Wulff (CDU) vertrat die Ansicht, dass Wichtigste sei für ihn gewesen, dass Merkel in der Frage des Schaffens von Arbeitsplätzen und der weiteren Wirtschaftsentwicklung überzeugt habe. Nach den Umfragen von Meinungsforschungsinstituten war das TV-Duell am Sonntagabend zwischen Merkel und Steinmeier aus der Sicht der Fernsehzuschauer unentschieden ausgegangen.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sieht seine Partei nach dem TV-Duell mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestärkt für die Schlussphase des Wahlkampfes. "Das gibt uns Rückenwind für die nächsten 14 Tage, jetzt auf der Zielgerade war und ist das notwendig", sagte der Außenminister am Montag in Berlin am Rande des Gewerkschaftstages der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Er selbst sei mit der Auseinandersetzung am Sonntagabend auch mit Blick auf die danach erhobenen Umfragen sehr zufrieden. "Bei der Diskussion um Inhalte sind Unterschiede deutlich geworden. Darum ging es."

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