TV-Duell
Stoiber wettert gegen Schröders "Mätzchen"

Gerhard Schröder hat nach Angela Merkel noch einen weiteren Unions-Politiker zum Gegner für ein mögliches TV-Duell auserkoren. Plan ist eine Neuauflage der Runde Schröder-Stoiber. Doch der CSU-Vorsitzende hat keine Lust.

HB BERLIN. Stoiber will sich nicht für ein Fernsehduell mit Schröder zur Verfügung stellen. "Das ist doch Unsinn. Schröder soll mit den Mätzchen aufhören und sich mit der Kanzlerkandidatin auf das TV-Duell verständigen", sagte Stoiber der "Bild"-Zeitung. "Denn es gibt wirklich wichtigere Fragen: Die Bürger wollen eine Lösung der großen Probleme und keine Ablenkungsmanöver mehr."

Der bayerische Ministerpräsident reagierte damit auf einen entsprechenden Vorschlag des Kanzlers. Schröder war von seiner Forderung nach zwei Fernseh-Duellen mit seiner Herausforderin Angela Merkel abgerückt, forderte aber gleichzeitig eine zweite TV-Runde mit Stoiber. "Mein ernsthafter Vorschlag wäre: Wenn Frau Merkel keine Zeit hat, soll sie doch Herrn Stoiber zum zweiten Duell schicken", sagte hatte Schröder der "Passauer Neuen Presse" erklärt.

Aus seiner Sicht habe sich das Format von zwei Duellen bewährt, so Schröder weiter. Immerhin hätten 2002 bei jedem der beiden Duelle mit seinem damaligen Herausforderer Stoiber rund 15 Millionen Wählerinnen und Wähler zugeschaut. Die CDU hatte erklärt, entweder gebe es ein Duell Merkel/Schröder oder gar keins. Zwei Duelle seien aus Zeitgründen nicht möglich.

Auch Regierungssprecher Bela Anda hatte kritisiert, nur ein Termin sei auch deswegen kompliziert, weil dann vier Moderatoren der einzelnen Sender zwei Politikern gegenüberstehen würden. Zwei Duelle seien auch internationaler Standard. Von den beiden Duellen Schröder/Stoiber im Jahr 2002 war je eines im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und eines im Privatfernsehen übertragen worden.

Am Mittwoch wollen beide Parteien erneut mit den Fernsehgewaltigen über die TV-Duelle verhandeln. Die Union will offiziell aus Zeitgründen nur eins, die TV-Sender fordern wie die Regierung zwei. Notfalls sei Schröder auch bereit, "alleine zu den Sendern zu kommen und Rede und Antwort zu stehen", verlautbart sein Sprecher.

Merkel hatte ihre Weigerung mit Zeitproblemen begründet. Auch sei ein TV-Duell nur eine von vielen Möglichkeiten, den Bürger zu informieren. Die CDU-Chefin wolle auch in Talkshows gehen und sei zu einer Fernsehrunde der Spitzenkandidaten der Bundestagsfraktionen bereit, hieß es seitens der Union.

Das Interesse der Bürger an Streitgesprächen der Spitzenkandidaten im Fernsehen ist nach einer aktuellen Umfrage nicht besonders groß. 47,6 Prozent sind gar nicht an solchen Fernseh-Duellen interessiert, ergab eine repräsentative Omniquest-Umfrage für den "Kölner Stadt- Anzeiger". 29,7 Prozent sagten, sie wünschten sich ein TV- Duell; 20 Prozent wollten gerne zwei davon sehen. 87,2 Prozent gaben an, ihre Wahlentscheidung werde durch ein Duell im Fernsehen "nicht beeinflusst".

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