TV-Kritik Absolute Mehrheit: „Sie sollten lieber forschen, als Dinge zu entscheiden“

TV-Kritik Absolute Mehrheit
„Sie sollten lieber forschen, als Dinge zu entscheiden“

Bei Stefan Raabs Politikshow brennt beim Thema Euro-Ausstieg und Steuerhinterziehung die Luft: Linken-Fraktionschef Gregor Gysi duelliert sich mit Euro-Gegner Bernd Lucke – und Dirk Müller vergreift sich im Ton.
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DüsseldorfSelten hat man Stefan Raab so hilflos gesehen. Fast bettelnd hängt der Moderator an Gregor Gysis Schulter und versucht den aufgebrachten Politiker zu beruhigen. Die eine Hand hat er ihm bestimmend auf die Schulter gelegt, mit der anderen gestikuliert Raab wild rum. Gysi könnte sich kaum weniger beeindruckt zeigen. Er hat sich in Rage geredet und er wird erst aufhören, wenn er dazu bereit ist. Interventionen bleiben da erfolglos.

Stefan Raab hat sich eine schwer zu bändigende Runde für seine Talkshow „Absolute Mehrheit“ zusammengestellt: Gemeinsam mit dem Linken-Fraktionschef Gysi haben Bernd Lucke, Sprecher der Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland, Entwicklungsminister Dirk Niebel, der bayrische SPD-Vorsitzende Florian Pronold und der Börsenexperte Dirk Müller in den im Halbkreis angeordneten braunen Ledersesseln Platz genommen.

Drei Themen sollen die Herren diskutieren und die Zuschauer mit ihren Argumenten überzeugen. Am Ende des Abends wird per Telefonabstimmung ein Gewinner bestimmt. Mit diesem Prinzip will Raab Politik wieder spannend machen – zumindest die Quoten unterstützen seinen Ansatz bisher. Kann ein Teilnehmer nach drei Themen und drei Abstimmungsrunden mehr als 50 Prozent der Stimmen holen, winkt ihm ein Gewinn: In der vergangenen Runde nahm Rapper Sido gleich 300.000 Euro mit nach Hause.

Doch so eindeutig soll die Diskussion dieses Mal nicht ausgehen. Drei Themen wirft Raab in die Manege: Der Fall Hoeneß, die Zukunft des Euros und Bildungsgerechtigkeit stehen auf der Tagesordnung. Wie Raubtiere stürzen sich die Talkshow-Gäste auf die Häppchen. Keiner soll dieses Mal einen Satz ununterbrochen zu Ende führen können.

Die farbloseste Figur des Abend: Der bayrische SPD-Vorsitzende Florian Pronold, dessen Einladung zur Talkshow wohl nur aufgrund seines Tweets zur Affäre um den Steuerhinterzieher Uli Hoeneß zu Stande gekommen ist: „Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt. Es ist die schlimmste Form asozialen Verhaltens“, attackierte Pronold Hoeneß. Das ist er auch bereit, noch einmal in der Sendung zu wiederholen: Hoeneß sei asozial, weil er  mit seiner Steuerhinterziehung  den ehrlichen Steuerzahler belaste.

Kommentare zu " TV-Kritik Absolute Mehrheit: „Sie sollten lieber forschen, als Dinge zu entscheiden“"

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  • Ihr depressives Geheule in ehren, aber Fakt ist, dass diese Gesellschaft, wenn nicht diese Welt von der Hochfinanz zerquetscht wird.

    Deutlicher sagt es Warren Buffet: "Es tobt der Krieg arm gegen Reich".

    Und: Es gibt Gerechtigkeiit - nur keine absolute.

  • Gratuliere Handelsblatt - endlich mal eine realistische Darstellung eines Themas anstatt irgendwelcher Propaganda.

    Noch ein Satz zum Thema Austritt aus dem EURO:

    Jeder der nicht völlig blind und verblödet ist wird feststellen müssen, dass der EURO grandios gescheitert ist und den Süden Europas in eine Art ultimative Wirtschaftskrise (zB Arbeitslosigkeit Spanien bei rd. 30%) geworfen hat (mit starker Unterstützung der Troika) die sich nun anschickt den Frieden in Europa zu bedrohen.

    Das EURO-System muss weg. Wie das geht, sollen die Politiker herausfinden. Und zwar schnell.

    Der EURO zerstört Wohlstand, Frieden und Demokratie!

    Alles andere sind Lügen. Man fragt sich zu welchem Zweck.

  • @Don......., vorstehend nur weitere Beweise. Das hat nichts mehr mit Besserwissen zu tun. Das ist krank. Bitte, ich möchte Sie nicht verletzten, aber Sie müssen wirklich mal zum Arzt. Sie könnten wirklich ein Nerd im ursprünglichen Sinne sein. Sie wissen was damit gemeint ist. Ein Nerd steht für bedauernswerte Langweiler, Sonderlinge, Streber, Außenseiter, "Schwachkopf"(glaube ich persönlich nicht), Fachidiot sowie für ein gesellschaftliches Stereotyp, das besonders für in Computer oder andere Bereiche aus Wissenschaft und Technik vertiefte Menschen. Ihre möglicherweise soziale Isolation müssen Sie bekämpfen. Bitte gehen Sie öfters mal an die frische Luft und lassen Sie Ihr Oberstübchen durchpusten. Bitte, haben Sie am Montag Nachmittag nichts Bessere zu tun, als hier Ihr wirres Gedöns abzuliefern?

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