TV-Kritik Anne Will
„Das kann man einfach nicht tolerieren“

Intime Runde bei Anne Will: Mit Peter Altmaier und dem türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic analysierten nur zwei Minister das angespannte Verhältnis beider Länder – zeitweise in drei verschiedenen Sprachen.
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BerlinDrohungen, Provokationen, Schimpftiraden: Das europäische Verhältnis zur Türkei wird immer angespannter. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Deutschland und den Niederlanden offen Nazi-Praktiken vor, nachdem Wahlkampfauftritte türkischer Minister dort verboten wurden. Bei „Anne Will“ diskutierten am Sonntagabend Kanzleramtsminister Peter Altmaier und der türkische Sportminister Akif Cagatay Kilic über die Frage: „Welcher Weg führt aus der Krise mit der Türkei?“

Der Ansatz der Will-Redaktion, erstmals Mitglieder der streitenden Regierungen öffentlich miteinander debattieren zu lassen, zahlte sich durchaus aus. 4,18 Millionen Zuschauer verfolgten die Sendung, der Marktanteil lag mit 14,9 Prozent über dem Jahresdurchschnitt des Ersten. Inhaltlich entwickelte sich der selbst ernannte „Minister-Gipfel“ ohne weitere Gäste keinesfalls zu einem Schlagabtausch, sondern verlief diplomatisch und ruhig. Schon bei seinem Wahlkampfauftritt in Köln am Freitag hatte der AKP-Politiker Kilic vergleichsweise versöhnliche Töne angeschlagen.

Die Nazi-Vorwürfe der türkischen Regierung nahm er allerdings nicht zurück. „Was gesagt worden ist, ist ein Vergleich der Methoden“, sagte der Minister. „Dass Deutschland ein Nazi-Regime ist, ist nicht gesagt worden.“ Altmaier wies die Aussagen entschieden zurück. Sie relativierten die Untaten der Nazis. „Diese Vergleiche müssen aufhören.“

Dabei überraschte der Saarländer gleich zu Beginn mit seinen Sprachkenntnissen, als er einige Sätze in fließendem Niederländisch sprach. Der in Siegen (Nordrhein-Westfalen) geborene Kilic wechselte immer wieder zwischen der deutschen und türkischen Sprache. Beide Minister machten ihre Standpunkte, die zu der Krise geführt hatten, nochmals deutlich. Annäherungen gab es erwartungsgemäß nicht.

Kilic beschwerte sich darüber, dass am Wochenende der türkischen Familienministerin Fatma Betül Sayan Kaya der Zutritt zum türkischen Konsulat in Rotterdam verweigert worden war. „Hier wurde ihr Recht auf Versammlungsfreiheit aus nicht verständlichen Gründen mit Polizeigewalt und aggressiven Methoden gestoppt. Das kann man einfach nicht tolerieren“, echauffierte sich Kilic.

Altmaier verwies auf das Recht der niederländischen Regierung. „Jeder souveräne Staat darf darüber entscheiden, ob ausländische Vertreter willkommen sind.“ Der CDU-Politiker konnte sich auch nicht verkneifen, Kilic die Grundzüge der Pressefreiheit zu erklären, als der sich über eine angeblich zu negative Berichterstattung über die Türkei in deutschen Medien aufregte. „Die Presse schreibt das, was sie möchte, und nicht das, was ihr die Regierung vorschreibt.“

Das türkische Vorgehen gegen Beamte und Journalisten und die Inhaftierung des deutsch-türkischen „Welt“-Reporters Deniz Yücel begründete Kilic mit der Unabhängigkeit der Justiz. „Wir sind ein Rechtsstaat.“ Altmaier sprach von Fragezeichen, die es in dem Bereich gebe. „Ich kenne kein anderes Land in Europa, in dem derzeit so viele Journalisten im Gefängnis sitzen.“ Der Chef des Kanzleramtes pochte in der Causa Yücel erneut auf konsularischen Zugang und einen fairen Prozess.

Am Ende der sachlichen Diskussion, in der Kilic nochmal ausführlich für den Plan eines Präsidialsystems in der Türkei werben konnte, schlugen beide Politiker versöhnliche Töne an. Altmaier machte aber deutlich: „Es muss noch viel Porzellan, das zerbrochen ist, aus dem Weg geräumt werden.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Überschrieben ist der Artikel mit TV-Kritik. Davon ist nichts zu lesen. Geboten wird eine reine Nacherzählung.

    Warum sagt man in einer TV-Kritik nicht, dass die beiden Diskutanten ein unsinniges Thema diskutiert haben. Wenn es um die Entfremdung zwischen Deutschland und der Türkei geht, sind sicherlich Wahlkampfauftritte und Nazi-Vergleiche nicht der Hauptgrund.


    Warum sagt man nicht, dass Erdogan auf dem Wege aus der Türkei eine Diktatur zu machen, schon sehr weit fortgeschritten ist. Dass Pressefreiheit und Unabhängigkeit der Justiz bereits abgeschafft sind. Dass es den Rechtsstaat schon längst nicht mehr gibt, dass unschuldige Bürger mit haltlosen Verdächtigungen ins Gefägnis geworfen und gefoltert werden. Dass Erdogan einen Bürgerkrieg gegen Kurden und Anhänger der Gülen-Bewegung führt. Und so weiter. Und so weiter.

    Fragen wir dich einmal ganz anders. Was, bitte schön, verbindet uns mit dem nordkoreanischen Diktator Kim? Sind Diktatoren mit blutigen Händen unsere Freunde?

  • Als Kilic von Altmaier vorgeworfen bekam , dass die Türkei Hunderttausend Menschen entlassen hat nach dem Putsch, konterte er oder wie es sehe ,setzte er einen neuen Zug und warf Deutschland vor, nach der Wiedervereinigung Zigtausende Menschen entlassen zu haben, weil man ihnen nicht traute.

    Nicht schlecht. man sieht, dass die Türken sehr gut vorbereitet in Diskussionen gehen und selbst Altmaier konnte nur verlegen reagieren und sprach von weltweiten Institutionen die alle Länder beobachten auch Deutschland.

    Aber wie auch immer, Türken wollen eine starke Regierung und keine unterwürfige
    Verwaltungsgesellschaft wie in Deutschland.

    Darum ist der dümmste Ansage Deutscher Angsthasen Politik die, man sollte alle Türken hier reden lassen und zu Hetzen um zu zeigen wie schön schwach Demokratie ist. Das wollen die Türke nicht , darum wird die Regierung bei uns mehr oder weniger Verachtet. Zumal Türken auch noch Türken in 500 Jahren bleiben .

  • Unsere Politiker lassen sich von der Türkei missbrauchen und reichen ihr danach noch verständnisvoll ein Taschentuch, um Spuren wegzuwischen. Es ist eine Schande wie unsere feigen Politiker Deutschland zum Gespött der ganzen Welt machen.

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