TV-Kritik Anne Will: Einführung des Euro ein „Kardinalfehler“

TV-Kritik Anne Will
„Europakrise hat Auswirkungen wie ein Krieg“

Einführung des Euro ein „Kardinalfehler“

Anders sahen das Michalis Pantelouris und Gertrud Höhler. Die Auflagen schaden den Ländern, so ihre Position. Man könne nicht versuchen, so unterschiedliche Länder gleich zu machen, so Höhler.

Schnell war das Gespräch dann wieder bei der Frage, ob der Euro überhaupt zu retten sei. Höhler machte die Währung zum Kernproblem an sich: Wie eine „bleierne Decke“ lähme sie Europa. Dabei gaben ihr Journalist Rolf-Dieter Krause und SPD-Altvorderer Klaus von Dohnanyi sogar recht. Dohnanyi nannte die Einführung des Euro einen „Kardinalfehler“. Doch ähnlich wie Edmund Stoiber eine Woche zuvor prophezeite er „Zuständen und Allianzen-Politik wie vor 1913“, würde der Euro abgeschafft. Dohnanyi, Krause und EU-Parlamentarier Hans-Gert Pöttering waren aber dennoch überzeugt: Gerade im Angesicht aufstrebender Wirtschaftsmächte weltweit müsse Europa zusammen stehen.

Michalis Pantelouris hatte zwar zu Beginn der Sendung in der Zypern-Rettung den „Anfang vom Ende der Europäischen Union“ kommen sehen, war dann aber doch der Meinung, die Währung müsse gerettet werden.

Blieb das nicht weniger grundsätzliche Problem, das jeder Diskussion über Europa derzeit zu Grunde liegt: Wie die Rettung denn nun bewerkstelligt werden könne. Pöttering befand die jetzige Politik als mehr oder weniger fehlerfrei. Pantelouris, der Journalist mit griechischen Wurzeln, argumentierte vor allem nahe an den Menschen in den betroffenen Ländern. Lange beschrieb er nur, wie schlecht es den Menschen zum Beispiel in Griechenland gehe, was niemand bestritt – einen Lösungsansatz konnte aber auch er nicht präsentieren. Ganz zum Schluss der Sendung erst legte er in einem starken Moment dar, wie Menschen für Fehler bestraft würden, die Banken begangen hätten. „Die Euro-Idee war es, durch Wohlstand Frieden zu stiften“, sagte er. „Aber im Moment wird Wohlstand vernichtet. Und zwar bei Menschen, die keine Schuld an der Krise tragen.“ Damit meinte er vor allem die massenhaft arbeitslosen Jugendlichen, von denen zuvor in einem Einspieler die Rede war.

Dohnanyi sagte zwar, dass für die Politik und das „Geschäftsmodell“ eines Staates auch die Wähler verantwortlich seien. Dass die Bürger mit ihrer Wahl auch die Zinspolitik mitentscheiden würden, wirkte jedoch wenig überzeugend.


Fazit: Antworten auf die große Frage nach der Rettung der EU konnte die Talk-Runde – wenig überraschenderweise – nicht liefern. Hätte sich die Runde mehr auf den vorgegebenen Teilaspekt des Mammut-Themas Europa konzentriert, nämlich welche Rolle Deutschland derzeit spielt, hätte sie konkreter werden können.

So bleibt von der Sendung, außer einigen mittlerweile nicht mehr ganz neuen Argumenten, vor allem eine Erkenntnis, die Rolf-Dieter Krause gegen Ende der Sendung formulierte. „Ich sehe ja, wie Millionen Menschen leiden“, sagte er fast resignierend. „Doch selbst wenn ich der König von Europa wäre, ich wüsste nicht wie ich die Fehlentwicklung in ausreichend kurzer Zeit lösen sollte.“

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Kommentare zu " TV-Kritik Anne Will: „Europakrise hat Auswirkungen wie ein Krieg“"

Alle Kommentare
  • @FoulBreitner

    Auszgezeichnet analysiert.

    Ich persönlich glaube allerdings, dass die neoliberalen, scheindemokratischen Nationalstaaten in Kürze in ein totalitäres politisches System überführt werden sollen. Also nicht nur eine wirtschaftliches sondern auch ein politisches China droht.

    Einfacher ausgedrückt: Die Elite bekämpft die Masse wie Ungeziefer.

  • Danke für den faktenfreien Kommentar auf Kindergartenniveau.

  • Ja, ungefähr tausend:

    Aus denen der im Bundestag sitzenden Mitglieder der neuen (pseudo)sozialistischen Deutschen Einheitspartei CDUCSUFDPSPDGRÜNE und denen des anhängige Hofstaates (Berater etc.). Und dann wären da noch die begünstigten des größtern Raubzuges des Geschichte: Konrzenchefs, Vorstände etc.

    Der EURO war ein trojanisches Pferd.

  • Bauantraege werden ueber Jahre verschleppt. Der Fahrzeugbereich ist in e...

    Der Schreiber vergisst dabei, das Italien nicht Deutschland ist. Bislang, muss jedes Bau- Projekt hingehend auf "Sinnvoll" durchleuchtet werden. Bis heute, wurden tausende sogenannter "Projekte für die Zukunft", von Politikern die, die interessen der Mafia wahrnehmen, in den Kommunen und im Staat generiert, über einen unglaublich langen Zeitraum hin, verwirklicht und völlig überteuert "nicht fertig gestellt". Kaum hatten die öffentlichen und auch privaten Auftraggeber gezahlt, gingen die Bauarbeiter. Das ist bis heute so. Der Staat hat daraufhin ein Kontrollsystem aufgebaut, das auf der sogenannten "Weißen Liste" beruht. Das heißt, das Bauunternehmen nicht von und mit Mafiosis gesteuert werden dürfen. Wobei, diese natürlich, Umwege ausgelotet haben um an das geld zu kommen. Wer hier von einer Steigerung der Arbeitsplatzanzahl spricht, der ist davon nicht unterrichtet. Arbeitsplätze werden in erster Linie von Angehörigen, von Angehörigen der Mafia besetzt und dies solange nur, bis die letzte Rate an das Bauunternehmen überwiesen wurde. Danach, wie schon erwähnt steht alles still. Bevor man so etwas zusammen schreibt, sollte man sich über die Gegebenheiten informieren. Selbst die ehemalige Alfa Romeo Autofabrik, ganz Süden des "Stiefelkontinents", war völlig in der Hand der Mafia. Es gibt dort bis heute, eine Kläranlage. Diese steht, seit Jahren, auf einem spitzen Berg und funktioniert nicht. Man hätte sie auch unterhalb des Berges bauen können, aber dann hätte die Mafia den Staat nicht dersrt verhöhnen können. Aufgrund der Höhenlage müsste eine immens teure Pumpenkonstruktion über viele Stufen verwendet werden. Die Kosten würden ein weiteres Vielfaches betragen.

  • Auch ich wähle AfD!!!!!!!!!!

  • Ich moechte einmal am Beispiel von Italien erlaeutern wie man den Fluss des Marktes (cash Flow) anheben kann.
    Europa leidet insgesamt an einer Verstopfung. Undurchsichtige Regelungen und willkuerliche Entscheidungen Staatlicher institutionen sind nicht foerderlich fuer einen prosperierenden Markt. Und einen schwachen Markt koennne wir uns mit diesem Wirtschafts und Sozialsystem nicht leisten. - Man koennte auch ueber ein ganz neues Staatsmodell nachdenken - . Nun, das Beispiel Italien zeigt deutlich wie laehmend falsche Regelungen und ein sehr traeges Staatsorgan sein koennen. Bauantraege werden ueber Jahre verschleppt. Der Fahrzeugbereich ist in einer Art eingeengt das von einem Zusatzmarkt kaum die Rede sein kann. Hier koennen mit einem Schlag 200.000 Arbeitsplaetze geschaffen werden. Im Baubereich denke ich an 50-100.000. Modernisierung von immobilien und Strassen um 100.000. Bereich alternative Energieen ueber 100.000. Hier wird systematisch blockiert. Mit den alten Regierungsparteien ist da nichts zu machen. Italien koennte an 2. Stelle im Euroraum liegen wenn endlich die Maerkte lieberalisiert und vereinfacht werden wuerden. Welche Interessen sind hier nur am Werk? Guten Tag.

  • Wenn CDUSPDGRÜNEFDPLINKECSU ausgeschaltet sind, gehts mit Deutschland wieder nach oben!

    Deutschlands schlimmste Feinde!

    Wer hat Deutschland bis heute ruiniert?
    ++++CDUSPDGRÜNEFDPLINKECSU++++

    Ich wähle AFD, Alternative für Deutschland

  • Wer keinen Dachschaden hat,
    kann nur Alternative für Deutschland wählen!
    Es gibt sonst keine vernünftige Alternative!

    Weil CDU SPD GRÜNE FDP CSU LINKE haben bewiesen, sie können NUR Untergang!

  • Neodym
    nein auch dann nicht
    Denn es hieße ja, die Souverenität der Länder aufzulösen und das macht kein Land mit, denn die haben alle noch Nationalstolz im Gegensatz zu den Deutschen.
    Unsere Eurofanatikr müssen endlich begreifen, dass Europa kein Staat ist, sondern ein Kontinent mit vielen unterschiedlichen Ländern und genau das macht ja auch den Charme aus.
    Aber jedes Land ist ein wenig anders, hat eine andere Wirtschaft etc.
    Aber wo nur noch Dilettanten, andererseits aber Fanatiker am Werk sind, habe ich wenig Hoffnung

  • Luzifer
    das ist gut.
    Einen besseren Vergleich kann man eigentlich nicht bringen
    Das ist ja auch das, as Frau Höhler sagte. Als sie aufführte, dass Italiener, Griechen etc. eben eie andere Lebensweise als die Deutschen haben und wir das früher ja auch schön gefunden haben

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