TV-Kritik
Hillary Clinton windet sich bei Jauch in Floskeln

In einer kuriosen Sendung tastet sich Günther Jauch an den neuen Spionagefall heran. Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton weicht seinen Fragen aus – äußert sich aber zu Edward Snowden und zur Tötung Bin Ladens.
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Am Anfang seiner Talkshow kündigte Günther Jauch mit verschmitzter Eitelkeit die Anwesenheit der vielleicht bald "mächtigsten Frau der Welt" an:  Am Sonntag gastierte die ehemalige US-amerikanische Außenministerin und First Lady Hillary Rodham Clinton, die als potenzielle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten bei der nächsten US-Wahl gilt, in der ARD. Am Ende der Sendung wurde über Kino und Fußball gewitzelt, und alle Gäste bekamen Blumensträuße überreicht. Außer Clinton waren zwei weitere Frauen zu Gast: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen und die ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann. Was dazwischen abgelaufen war, war eine kuriose Sendung, die keine harten Informationen und kaum heiße Diskussionen bot - aber Gelegenheit, sich ein Bild von womöglich zwei künftigen Regierungschefinnen zu machen.

Jauchs erste Frage verstand zu verblüffen: "Was halten Sie von meinem Outfit?", fragte er Clinton. Er sollte ein bisschen daran arbeiten, riet sie. Seine zweite Frage klärte auf: Er hielt Clintons gerade auf deutsch erschienenes "900 Seiten starkes Buch" in die Kamera, dessen Bewerbung der Anlass ihres Deutschlandbesuchs ist. Darin geht's unter anderem um "doppelte Standards" bei der Beurteilung von Frauen und Männern. Frauen in der Politikwürden viel öfter an Äußerlichkeiten gemessen, lautet eine These. Die "gläserne Decke" für Frauen in Führungspositionen, von der Clinton gesprochen hatte, als sie 2008 mit Barack Obama um die Präsidentschaftskandidatur konkurrierte, übersetzte von der Leyen in eine im Deutschen gängigere Metapher: Angela Merkel habe in der Hinsicht ja schon "enormes Eis gebrochen".

Clinton nickte beifällig, wie ohnehin oft während der Sendung. Als Käßmann darauf hinwies, dass es außer gläsernen Decken nach oben auch Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen gäbe, wechselte Jauch das Thema und fragte nach Obama. Sie seien Freunde geblieben, erzählte Clinton gern, die 2013 als Außenministerin aus seinem Kabinett ausgeschieden war.

Immerhin, über die Themen Freundschaft und Vertrauen tastete Jauch sich an das heiße Eisen der durch die Vielzahl von Ausspähaffären belasteten deutsch-amerikanischen Beziehungen heran. "Warum werden wir Deutschen so massiv von der NSA ausgespäht?", lautete seine schärfste Frage. Clinton antwortete mit diplomatischen Floskeln: Die 2001 nach dem Anschlag vom 11. September erlassenen US-Gesetze müssten überprüft werden, lautete ihre präziseste Antwort. Ob sie als Außenministerin wirklich nichts vom Abhören der Bundeskanzlerin durch US-Geheimdienste gewusst habe - die Nachfrage wagte Jauch. Nein, habe sie nicht, sie habe sich bei Merkel entschuldigt so wie Obama auch. Clinton zündete ein kleines Feuerwerk diplomatischer Floskeln, das die Simultandolmetscherin mitunter zu überfordern schien: Im "Dialog zwischen den Regierungen auf hoher Ebene" müssten "einige Basisregeln" aufgestellt werden, "wie wir zusammenarbeiten".

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  • Wehe, wehe, wenn diese vor aller Welt gedemütigte Frau Präsidentin wird…

  • Also diese drei Weiber waren wirklich eine Zumutung.
    Was hat Jauch sich denn dabei bloß gedacht?

  • Seitdem Anne Will, nicht mehr die ARD Sonntag-Abend-Talkshow moderiert, ist ein deutlicher Niveauverlust, zu bemerken.
    Warum wurde sie eigentlich, durch Günther Jauch, ausgewechselt?

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