TV-Kritik Illner-Talk
„Trader sind weitaus egoistischer als Psychopathen“

Maybrit Illners ZDF-Talkshow behandelte wie zuletzt schon Günther Jauch das Thema „Managergehälter“. Den Vergleich gewann Illner – was an ihren Gästen lag. Für Erstaunen sorgten die Aussagen eines Schweizer Psychiaters.
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BerlinIm ZDF war Donnerstag großer Millionen-Themenabend: Auf „Rette die Million“ mit Jörg Pilawa folgte nach dem „heute-journal“ Maybrit Illners Talkshow mit dem Untertitel „Millionen für wenige, zu wenig für Millionen?“. Dabei ist es wohl allemal sinnvoller über den Armutsbericht der Bundesregierung zu diskutieren, als dem Studiopublikum bei einer Allerwelts-Quizshow einen Geldscheinstapel von einer Million Euro zu präsentieren.

Die bei Illner oft kritikwürdigen Einspielfilme überzeugten dieses Mal, weil sie konkret und einfach zeigten, welche Passagen aus dem Armutsbericht gestrichen worden waren. Im Gespräch mit FDP-Generalsekretär Patrick Döring erarbeitete die Moderatorin dazu die so originelle wie plausible Ansicht, dass solch „öffentliches Redigieren“ von Texten ja eigentlich das sei, was als „Transparenz“ zu den zentralen Anliegen der Piratenpartei gehört. Da wusste auch deren ehemalige politische Geschäftsführerin Marina Weisband nicht zu widersprechen.

„Der letzte sozialdemokratische Kanzler war Helmut Kohl“, postulierte kurz darauf Jakob Augstein. Der Verleger und inzwischen auch Chefredakteur der Wochenzeitung „Der Freitag“ sowie „Spiegel“-Mitgesellschafter erwies sich als der bekannte Kritiker der SPD von links und der Mann für die zugespitzten Thesen. Er war aber auch nur einer von zwei Männern in der sechsköpfigen Talkrunde – und zumindest die weibliche Überzahl erwies sich als Pluspunkt. Die Gäste kamen, obwohl sie sichtlich unterschiedliche Agenden verfolgten, öfter ins direkte Gespräch als in männlich dominierten Runden üblich.

Als Augstein kurz darauf mit dem Argument „So wie es eine Untergrenze des Anstandes gibt, gibt es auch eine Obergrenze“ eine solche für Managergehälter forderte, war die Runde dann exakt beim Thema „Den Managern ans Gehalt! Brauchen wir ein Gesetz gegen die Gier?“, das Günther Jauch am Sonntag in der ARD diskutiert und recht gründlich verpatzt hatte. Geradezu sorgsam wurden Aspekte, die in der Jauch-Diskussion gefehlt hatten, nachgetragen.

Die Bundesvorsitzende des Verbandes „Die Jungen Unternehmer“, Lencke Wischhusen, forderte etwa „das Prinzip von Risiko und Haftung“ wie in Familienunternehmen ein. FDP-Mann Döring hatte vorab das Gesamteinkommen der DAX-Konzern-Vorstände mit demjenigen der Kader der Fußball-Bundesligaclubs verglichen, was wenig zielführend war, aber in einem Streit mit der nordrhein-westfälischen Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) über Absetzbarkeit von Betriebsausgaben mündete. Wenn unterschiedliche Parteipositionen statt in Wahlkampfslogans anhand konkreter Details deutlich werden, ist das schließlich auch etwas wert.

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Vertreter veritabler Parallelgesellschaften

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  • Gäbe es interessante Kommentare wie diesen nicht, hätte ich keinen Grund mehr, hier mitzulesen. Das Niveau der bezahlten Artikel von Handelsblatt Online sinkt mehrheitlich in die Grütze, ganz zu schweigen vom linkspopulistischen Tenor des Geschreibsels. Ich glaube, wir können in den kommenden Monaten beobachten, wie das Handelsblatt den Weg der FTD geht. Guten Rutsch !

  • Da spinnt einer ganz laut. Nur im deutschen TV das sich aus erpressten Einnahmen speist ist alles möglich. Auch unwissende dürfen da ihre zweifelhaften Thesen breittreten.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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