TV-Kritik
Maischberger: So unkonkret wie Geld

Die Börsen boomen - und wir verlieren unsere Jobs? So richtig klar war offenbar keinem ihrer Gäste, was Sandra Maischberger mit dieser Frage von ihnen wissen wollte. So gab es in der Diskussion neben spannenden Grafiken zur Lage der Nation ein bisschen von allem: Managerschelte, Kleinanlegerschelte, Steuerschelte - und ein Jobangebot für eine von der Arbeitslosigkeit bedrohte Frau.
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DÜSSELDORF. Die Gäste von Maischberger versprachen eine spannende Sendung: Martin Lindner, FDP-Bundestagsabgeordneter, der am liebsten die Leistungen für all jene kürzen würde, die "faul" sind, wie er sagt. Als Gegenpart Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der Linken. Außerdem saß in der Runde eine besorgte 57-jährige Betriebsrätin des insolventen Quelle-Konzerns, die täglich mit der Kündigung rechnet, sowie ein reicher Unternehmer, der den Kündigungsschutz lockern will: Hans Rudolf Wöhrl - ehemaliger Inhaber diverser Flugunternehmen und Erbe eines Modewaren-Imperiums.

Als Finanzfachmann war Frank Lehmann, einstmals oberster Börsenerklärer der ARD, geladen. Nur die Rolle der Schauspielerin Senta Berger in der Diskussion war beim Blick auf die Gästeliste zunächst unklar. Zum Glück erklärte Sandra Maischberger die Wahl gleich mehrfach im Verlauf der Sendung: Berger verkörpert in einem aktuellen ARD-Film eine Sachbearbeiterin, die verhindern will, dass sich der Vorstand ihres Unternehmens horrende Boni auszahlen lässt.

Die Sendung startet spannend: Lehmann erklärt an Hand einer blauen Fieberkurve den Verlauf des Dax. Im März dieses Jahres hatte er seinen Tiefpunkt, heute steht er fast schon wieder da, wo er vor der Lehman-Pleite im September 2008 stand. Zurücklehnen und sich freuen darf sich der Zuschauer jedoch nicht, denn eine zweite Kurve bringt Lehmann zu einer düsteren Prognose. In Alarm-Rot zeichnet er die Börsenentwicklung nach dem Crash von 1929 nach: Erst geht es ein bisschen abwärts, dann steigt die Kurve an, so wie die aktuelle, blaue Kurve auch. Lehmann betont: "Da war also die Stimmung wie heute."

Dann der große Knall - der Rest der Kurve von 1929: Nach dem kurzen Anstieg fällt und fällt und fällt der rote Strich, bis er den Rand des Flachbildschirms erreicht hat. Steht dieses Schicksal auch der blauen Kurve, die das Befinden der DAX-Unternehmen in diesen Tagen beschreibt, bevor? Es seien andere Bedingungen gewesen damals, erklärt Lehmann. Heute hätten wir ja die Konjunkturprogramme, damals habe man die Wirtschaft allein gelassen. Dennoch sagt er: "Erst 2012 oder 2013 wird die Wirtschaft wieder normal sein."

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