TV-Kritik Maybrit Illner
„Obama muss leugnen, was er kann“

Zuerst waren sich alle einig: Das Handy der Kanzlerin anzapfen, das geht nicht. Wie viel Überwachung aber ist legitim im Namen der Sicherheit? Darüber stritten die Gäste bei Maybrit Illner dann doch.
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KölnDie USA werden nicht aufhören, so viele Daten zu sammeln wie möglich. Das glaubt zumindest Andrew B. Denison. Der Politikberater war in der Talkshow von Maybrit Illner am Donnerstagabend der einzige Amerikaner. Die Frage des Abends „Sind die USA noch unsere Freunde?“ beantworte er nicht direkt. Viele seiner Einlassungen aber zeigten: Die Freundschaft dürfte nachhaltig belastet sein.
„Obama kann nicht versprechen, dass die USA Deutschland nicht mehr abhören wird“, sagte er zum Beispiel. „Er wird diese Praxis weiter verteidigen.“ Denn: „Solange es Bösewichte gibt, wird man versuchen, sich vor ihnen zu schützen.“

Dass aus Sicht der USA möglicherweise auch die Bundeskanzlerin zu diesen Bösewichten gehört, war Anlass der Diskussion. Kurzfristig hatte Maybrit Illner das Thema ihrer Sendung geändert, nachdem der Spiegel berichtet hatte, dass die NSA das Handy von Kanzlerin Merkel abgehört habe. „Herrscht zwischen Deutschland und den USA nun Eiszeit“ fragte sie? Ein Blitz durchzog ein Foto von US-Präsident Barack Obama und Merkel, bedrohlich leuchtende Nullen und Einsen dekorierten das Studio.

Darin saßen die Noch-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums Thomas Oppermann (SPD), Innenpolitiker Clemens Binninger (CDU), ZDF-Geheimdienstexperte Elmar Theveßen, die Netzaktivistin Anke Domscheit-Berg (Piratenpartei) und eben Denison, Forscher und Berater der Organisation Transatlantic Networks.

Was diese Gäste genau debattieren sollten, schien zunächst unklar. Denn sie waren sich einig: Die Kanzlerin ausspionieren – das geht nicht. Und die Bürger gleich mit? Auch nicht schön. „Die Glaubwürdigkeit der USA ist dahin“, sagte Oppermann. Sein Demnächst-Koalitionspartner Binninger sagte „das Vertrauen ist beschädigt.“ Oppermann kritisierte zwar, dass die Bundesregierung zu lange untätig geblieben sei, hielt sich im Hinblick auf baldige Zusammenarbeit aber eher zurück.

Dafür war Domscheit-Berg da: Sie könne sich nicht erklären, wie man der „notorischen Lügenregierung“ aus Washington je vertrauen konnte. Aber: „Das Vertrauen muss wieder gewonnen werden“, sagte Theveßen.

Einig waren sich die Diskutanten auch, dass Edward Snowdens Enthüllungen einen bedeutenden Beitrag zur Aufklärung der Spionage-Affäre geleistet hat und dass von ihm noch weitere schockierende Informationen zu erwarten sind. „Ihm verdanken wir, dass wir uns überhaupt mit diesem Thema befassen“, sagte Netzaktivistin Domscheit-Berg. „Es wäre ein starkes Signal, ihm endlich Asyl anzubieten.“

Kommentare zu " TV-Kritik Maybrit Illner: „Obama muss leugnen, was er kann“"

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  • Und wenn Frau Merkel von der gesamten Abhörung gewußt hat?
    So sagt es jedenfalls der IT-Berater von Obam. Zu lesen in der WiWo

  • Novaris
    Sie könnten Recht haben mit Ihren Ausführungen.
    Vergesse dürfen wir auch nicht, dass die USA die Stasiakte von Merkel kennen.
    Und ihr derzeitiges Getue und Gerede von einem Zentralstaat Europa gefällt nicht jedem
    Ihre ständigen Besuche in China, dem früheren sozialist. Brudervolk der DDR, auch nicht. Aber China ist ja ihr liebstes Reiseziel

  • Absolutes Asylrecht für Edward Snowden !!
    Wann wird es ihm angeboten ??
    Besser heute als morgen.
    Wann schmeissen wir die Amis raus?? Angst davor? Warum??!!!
    WIR müssen Zeichen setzen, wer sind wir denn noch, wenn wir alles mit uns machen lassen??!!

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