TV-Kritik Maybrit Illner
Unsinniger Polit-Krawall im Zweiten

Ein CSU-Mann zoffte sich mit einer SPD-Frau, ein Grüner mit einem Linken und Bernd Lucke mit allen: Maybrit Illners Talkshow zur rot-rot-grünen Regierungsbildung in Thüringen bot fröhlichen Fernsehwahlkampf.
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BerlinDas Vierteljahrhunderts-Jubiläum des Mauerfalls steht unmittelbar bevor. Da ist es eine legitime Frage, ob es einen "Tabubruch" darstellt, wenn erstmals ein Mitglied der Partei Die Linke Ministerpräsident eines Bundeslands wird.

Richtig beantwortet werden kann die Frage selbstverständlich erst, wenn Bodo Ramelow eine Zeitlang Thüringen regiert haben sollte - was noch gar nicht sicher ist. Vorher können bloß Meinungen dazu geäußert werden. Es war also von vornherein klar, dass in Maybrit Illners Sendung "Thüringer Wendehälse – Tabubruch für die Macht?" reiner Fernseh-Wahlkampf getrieben werden würde.

Auch wenn gerade keine Wahl bevorsteht, haben alle Parteien (außer den Grünen) hartgesottene Spitzen-Wahlkämpfer geschickt. Es ging wirklich hoch her am Donnerstagabend im ZDF, sogar mit Überlänge.

CSU-Haudegen Markus Söder, im Moment Finanzminister in Bayern, haute nach einer Dreiviertelstunde den Spruch "Konsens schützt nicht vor Nonsens" heraus, um das Bündnis von SPD und Grünen in Erfurt mit der "SED-Nachfolgepartei" zu charakterisieren.

Dass derselbe Spruch sich mindestens genauso gut auf große schwarz-rote Koalitionen anwenden lässt, hat der Bayer vielleicht mitbedacht. Ergänzt man, dass Dissens alleine ebenfalls nicht vor Nonsens schützt, traf Söders Diktum die Wahlkampf-Show gut.

Söder etwa giftete sich mit Yasmin Fahimi an, der Generalsekretärin der SPD, die in Berlin auch mit der CSU koaliert. Der Grüne Werner Schulz stritt heftigst mit Links-Politiker Dietmar Bartsch, obwohl ihre beiden Parteien wie gesagt die Thüringer Regierung bilden wollen.

Kommentare zu " TV-Kritik Maybrit Illner: Unsinniger Polit-Krawall im Zweiten"

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  • Ich wünsche mir, dass demnächst vor der Haustüre von Herrn Krausnick einer der vielen 'Neudeutschen' steht und nach einem Glas Wasser bittet...
    Vielleicht merkt er dann, wie wichtig eine wirklich geordnete Zuwanderungspolitik ist.

  • @ Leon Krausnick

    Der EU-Troll@Weissenfels ist heute zum Leon mutiert und müllt wieder unqualifiziert die Foren zu.

  • Die *Protestwähler* wechseln

    Plappern Sie nicht einfach den öffentlich/rechtlichen Wahlanalsysten. Es sind die Akademiker, das Bürgertum und die konservativen Wähler, die längst im linkslastigen Parteienspektrum keine Heimat mehr finden.

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