TV-Kritik Maybrit Illner
„Wir brauchen eine robuste Uno-Schutztruppe“

Waffenlieferungen und IS-Terroristen aus Deutschland. Der Irak als neues Somalia. Die Türkei-Kritik von Jürgen Trittin. Eine ernste Verteidigungsministerin. Maybrit Illner gelang eine erhellende Talkshow zur Krisenlage.
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BerlinDie ersten zehn Minuten ihrer Talkshow zur Frage deutscher Waffenlieferungen ins irakische Kampfgebiet widmete Maybrit Illner der Topmeldung des Donnerstags, den rund 1000 russischen Soldaten in der Ukraine, von denen die Nato berichtet hatte. „Wichtig ist jetzt aber, Ruhe zu bewahren“, sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in ernstem Tonfall.

Wer dann nach dem Ende der Sendung zur ARD schaltete, konnte Reinhold Beckmann, der seine in Kürze endende Talkshow eine halbe Stunde später begann, bedächtig in seine Runde fragen hören: „Syrien, Irak, Ukraine, Gaza ... gibt es einen Flächenbrand?“. Der Talker besprach ein ähnliches Thema, so wie es Sandra Maischberger mit Islam-Akzentuierung und Frank Plasberg unter demselben Waffenexport-Aspekt in dieser Woche auch bereits getan haben.

Es wird also viel geredet über die Vielzahl eskalierender Kriegen und Krisen. Das Bewusstsein, dass nationales Reden offenbar wenig hilft, um die Ausbreitung internationaler Krisen zu stoppen, und nichts, wenn Terroristen Völkermord begehen, macht Talkshows zum Thema schwierig. Vom notwendigen Ernst war bei Illner mehr zu spüren als bei Plasberg - auch wenn ihre Redaktion so wie seine die schlechte Idee hatte, den Studiohintergrund unter anderem mit Propagandafotos der IS-Terroristen aufpeppen zu wollen.

„Deutsche Waffen gegen Gotteskrieger - mutig, feige oder falsch?“ lautete Illners Thema - das war eine erstaunliche Formulierung. Eigentlich neigen Talkshow-Titel zu Entweder-/Oder-Vereinfachungen.

Die Ministerin also sprach sich erwartungsgemäß für deutsche Waffenlieferungen an die irakischen Kurden aus. Angesichts der „Barbarei“ des IS, die „Hundertausende um ihr Leben ringen“ lassen, müssten Bedenken, die Waffen könnten im Krieg schnell in gegnerische Hände fallen, zurücktreten.

Contra bekam sie zunächst weniger vom grünen Oppositionspolitiker Jürgen Trittin, der zwar von der Leyens schon häufig zu hörender Behauptung, bisher seien niemals deutsche Waffen in Kriegsgebiete geliefert worden, vehement widersprach, aber „keine einfache Antwort“ wusste.

Ausdrücklich gegen von der Leyen stellte sich der freie Journalist Andreas Zumach, der von Genf aus über die Uno berichtet: Waffenlieferungen an lokale Kämpfer seien „eine feige Ersatzhandlung und gefährlich“, sagte er. Sie würden zu einem „monatelangen Abnutzungs- und Stellungskrieg“ führen. Einzig Leben retten helfen würde die Entsendung einer „robusten Uno-Schutztruppe“, die idealerweise aus Soldaten der Vetomächte des Sicherheitsrats bestehen sollte. „Wenn der politische Wille da wäre“, ginge so etwas auch schnell, glaubt Zumach.

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  • Also dann mal los. Wir haben noch ca. 30 Unimogs beizusteuern. Die fahren zwar nicht, sind aber für Brunnenbohrbilder bestens geeignet. Für robustere Einsätze gibt es zerbröselnde Schutzwesten. Und, wenn es wirklich ernst wird schicken wir die Amis vor, weil die sowieso die einzigen sind, die etwas davon haben.

  • Einzelne Volksgruppen mit Waffen aufzurüsten hat noch nie einen Staat oder eine Region befriedet. Das ist nur Aktionismus. Und an anderen Staatshoheiten vorbei zu agieren ist erst recht der falsche Ansatz. Waffenrasseln wie das Beispiel USA hilft nur der Waffenindustrie. Also bleiben nur Politik und reden.

  • Dies gilt für alle Diskussionsteilnehmer:
    1.) Keine eigene Verantwortung übernehmen.
    2.) Verantwortung an dritte Unbekannte delegieren.
    3.) Dadurch generell UNSCHULDIG.
    An alle:
    Denn sie wissen nicht, was sie tun.....

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