TV-Kritik zu Maybrit Illner
Von „grünen Träumereien“ und Atom-Milliarden

Deutschland will aus der Kernenergie aussteigen. Einen Monat nach dem Super-GAU in Fukushima wird über die finanziellen Folgen diskutiert. Zeit für eine Rechenstunde in der Talkshow von Maybrit Illner.
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DüsseldorfSeit der Katastrophe von Fukushima herrscht Einigkeit: Die Deutschen sind zu einer Nation von Atomkraftgegnern geworden. Die seit den 1980er Jahren nur selten gesichtete Anti-Atomsonne strahlt wieder überall. Politiker, die vor Kurzem noch Laufzeitverlängerungen durchgesetzt haben, wollen einige Explosionen in Fukushima später nichts mehr von Atomkraft wissen – von christdemokratisch bis links ist man einer Meinung: Der Ausstieg kann gar nicht schnell genug kommen.

Doch mittlerweile ist seit dem Super-GAU in Japan ein Monat vergangen. Und kaum, dass sich die radioaktiven Rauchwolken von Fukushima und die dazugehörige Betroffenheit in Deutschland etwas zerstreut haben, sieht das ganze Thema schon wieder komplizierter aus: Die Sache dürfte nämlich ziemlich ins Geld zu gehen. Zeit also für eine Rechenstunde mit Maybrit Illner: „Atom-Angst: Wie teuer kommt der schnelle Ausstieg?“, so lautete die Textaufgabe am Donnerstagabend.

Doch die Gleichung ging nicht auf – zunächst schleuderten sich die Gäste allerhand auswendig gelerntes Zahlenmaterial um die Ohren. Später franste die Diskussion zusehends aus; statt um die konkreten Folgen der Energiewende für Steuerzahler und Wirtschaft ging es unter anderem um die schöne Tugend Ehrlichkeit, um Schweinswale und Schloss Neuschwanstein.

Zunächst aber trabte RWE-Innogy-Chef Fritz Vahrenholt als Thesenreiter der Apokalypse in die Diskussion und warnte, dass in Deutschland womöglich bald die Lampen ausgehen. „Wir müssen das der Bevölkerung sagen, dass wir mit dem Feuer spielen“, sagte er mit zuckenden Augenbrauen. „Wir sind mittlerweile so auf Kante genäht, dass wir im Herbst ein Problem kriegen könnten.“

Norbert Röttgen ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen stellte der Bundesumweltminister unter Beweis, warum er in Angela Merkels Kabinett als „Muttis Klügster“ gilt. Mit langen Sätzen, nebulösen Argumenten und hübsch polierten Phrasen gelang es ihm, geschickt allen unangenehmen Fragen auszuweichen. Als Maybrit Illner wissen wollte, was er dagegen tun werde, dass es Berichten zufolge bereits im Mai erste Strom-Schwankungen geben soll, machte er wichtige Augen und formulierte: „Der Punkt ist der, dass der Einstieg in neue Energiepolitik möglich ist, aber das ist kein Spaziergang, sondern das ist eine Herausforderung.“

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  • es macht keinen Sinn, den Sinn einzuladen Er hat nichts verstanden, wenn er sagt, dass es in Japan aufgrund der Atomkatastrophe bisher keine Tote gab.
    Sehr zynisch

  • Stimme Ihnen voll zu. Frau Illners nervende jodelnde Kopfstimme, gepaart sind witzelnder Holprigkeit ist nur mit einem 6-er-Pack Guinness am TV zu ertragen.

  • Der Plaudertasche M.Illner fehlt jeglicher Bezug zum Thema Energie.
    Flotte Sprüche in Richtung Diskussionsteilnehmer sind ihr Markenzeichen und mit dem Wort Ehrlichkeit hat sie Probleme, weil mit dem Sprechen auch noch das Denken einbezogen werden muss.
    Irgendwann wird ein Diskussionsteilnehmer sprachlos, aber auch nicht kopflos diese Talkrunde kopfschüttelnd verlassen.
    Zum Glück hat der Zuschauer die Möglichkeit, sich per Knopfdruck zu verabschieden.

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