„Typisches Kind des Ruhrgebiets"
Schilys kleiner Bruder

Brüder im Reichstag: Nicht nur Bundesinnenminister Otto Schily, 72, tritt bei den Bundestagswahlen für die SPD noch einmal an. Erstmals zieht es auch seinen jüngsten Bruder Konrad, 67, ins Parlament nach Berlin - allerdings für die Liberalen.

Als Nummer 13 auf der FDP-Landesliste Nordrhein-Westfalen hat der Arzt und Gründungspräsident der Uni Witten/Herdecke echte Chancen auf einen Platz - 2002 erhielt die FDP in NRW genau 13 Mandate.

In Berlin will das "typische Kind des Ruhrgebiets", wie Schily sich bezeichnet, vor allem das Profil der FDP im Gesundheits- und Bildungsbereich schärfen. Dass deutsche Schulen und Hochschulen international wettbewerbsfähiger werden, dafür will er sich einsetzen. Schily ist in der Wissenschaftsszene gut bekannt; er war von 1983 bis 2003 mit dreijähriger Unterbrechung Präsident der ältesten und hochgelobten Privatuniversität des Landes und sitzt weiter in deren Direktorium. Zuletzt war die Uni Witten/Herdecke allerdings ins Gerede gekommen, die Medizinerausbildung erfülle nicht den universitären Anspruch.

Schily, der bis 1989 SPD-Mitglied war und mit "vielen ursprünglichen" grünen Ideen sympathisiert, arbeitet seit einigen Jahren in verschiedenen Gremien der FDP mit. In die Partei eingetreten ist er aber erst im Mai 2005. Pikant: Durch seine Nominierung haben die Liberalen ihr verteidigungspolitisches Know how vorerst ausgelöscht: Helga Daub aus dem Verteidigungsausschuss wurde von Schily von der Landesliste verdrängt. Günther Nolting, sicherheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hatte bereits angekündigt, nicht mehr zu kandidieren. Wer die Posten übernehmen könnte, ist bislang unklar. sk

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