Über 3.5 Prozent mehr: Metaller fordern heftigen Lohnschub

Über 3.5 Prozent mehr
Metaller fordern heftigen Lohnschub

Im Kampf um höhere Löhne, fordert die IG Metall zusätzliches Geld, um die deutsche Wirtschft anzukurbeln. Auch anderorts deutet sich ein hartes Tarifjahr an. Im Flughafenstreit platzt den Arbeitgebern nun der Kragen.
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Berlin/FrankfurtDie IG Metall will in der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie kräftige Lohnerhöhungen für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten erreichen. Die Forderung müsse über dem Verteilungsspielraum von 3 bis 3,5 Prozent liegen, sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der „Berliner Zeitung“.
„Wenn wir die wirtschaftliche Situation in Deutschland stabilisieren wollen, muss die Binnennachfrage gestärkt werden“, sagte Wetzel. Das derzeitige Wachstum gründe sich vor allem auf den Export, dieser lasse sich aber nicht beliebig ausweiten. „Deswegen kommt auf diese 3,5 Prozent noch was drauf, damit die Konjunktur einen zusätzlichen Schub erhält.“

Genauere Angaben zur Höhe der Forderung machte Wetzel nicht. Darüber will der Gewerkschaftsvorstand am 15. März in Frankfurt abschließend entscheiden, zuvor legen die Tarifkommissionen ihre Vorschläge vor. Erste Verhandlungsrunden sind in den Bezirken in der zweiten Märzhälfte geplant.

Die 3 bis 3,5 Prozent stellen laut Wetzel den Spielraum dar, der sich aus Preisanstieg und Produktivitätszuwachs zusammensetzt. „Die Ziel-Inflationsrate der Europäischen Zentralbank beträgt zwei Prozent, die gesamtwirtschaftliche Produktivität erhöht sich mittelfristig um ein bis 1,5 Prozent“, sagte Wetzel. „Damit haben wir drei bis 3,5 Prozent der Forderung berechnet.“

Vor den Gesprächen über einen neuen Haustarifvertrag beim Autobauer Volkswagen hatte sich nach Einschätzung der IG Metall zuletzt eine Forderung von bis zu 6 Prozent mehr Geld abgezeichnet.


Auf die Frage, ob dies eine Orientierungsmarke für die Tarifforderung für die gesamte Metallbranche sei, sagte Wetzel: „Es ist immer eine Orientierung, wenn in großen Unternehmen die Forderung diskutiert wird. Unser Ziel ist dabei auch, dass der Abschluss relativ nah an der Forderung liegt.“

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Hartes Tarifjahr erwartet

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  • 3,5% Lohnerhöhung sind ein Witz und Veralbern von Mitarbeitern

  • "Jede Lohnerhöhung ohne Produktivitätserhöhung bringt höhere Preise = Inflation"

    Die Produktität ist gestiegen.
    Der größte Einkommensbremser ist im Augenblick der Staat und die Politik, und nicht die mittleren und kleinen Unternehmen. Die wollen nur eines, kostengünstig produzieren, das ist normal und auch deren betriebswirtschaftliche Pflicht. Und das können diese sowieso am besten im billigen Ausland.
    So zahlen die Arbeitnehmer die etwas mehr verdienen, die Aufstocker und "Bildungsfernen" mit, und schon hat man ein Kosten-Nutzen-Niveau wie in China. Das nennt sich wohl neusprachlich Produktivität oder Wettbewerbsfähigkeit.
    Lohnerhöhung ist als Begriff hier jedenfalls irreführend, es ist ein planwirtschaftlicher Ausgleich der vergangenen Inflation. Eine echte Lohnerhöhung wäre Inflationsausgleich ++ mehr in der Tasche.
    Die Diskussion um 3,5% ist also eine um des Kaisers Bart, der seit dem letzten Ausgleich um ein paar cm gewachsen ist, und der Barbier bei seinen Leisten bleiben kann.

  • Die geforderten 3,5% sind also eine kräftige Erhöhung? Für den öffentlichen Dienst werden 6,5% gefordert. Aber das ist ja für den öffentlichen Dienst, der muss uns das wert sein.

    Es wäre erheblich besser wenn bei jeder Tarifverhandlung höhere Steigerungen für die unteren Lohngruppen gefordert würden. So wird nach dem Gießkannenprinzip verteilt und die Schere klafft immer weiter auseinander.

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