Überfall auf Farbigen
Potsdamer Verdächtige kommen frei

Die beiden Männer, die kurz nach dem folgenreichen Faustschlag auf einen deutsch-äthiopischen Ingenieur in Potsdam in Haft genommen worden waren, kommen frei. Der Bundesgerichtshof sieht einen dringenden Tatverdacht gegen die beiden nicht mehr gegeben. Entlastet sind sie deswegen aber nicht.

HB KARLSRUHE. Zunächst gab der Anwalt des 29 Jahre alten Tatverdächtigen am Dienstagnachmittag bekannt, dass sein Mandant freikommt. Wenig später meldete „Spiegel Online“, dass auch der zweite Verdächtige nicht länger im Gefängnis bleiben muss. Der Ermittlungsrichter habe keinen dringenden Tatverdacht mehr gegeben gesehen, der für die Fortdauer der Untersuchungshaft unerlässlich. Beide stünden nur noch unter einfachem Tatverdacht.

Laut Spiegel Online geht die Freilassung vor allem auf die erste Vernehmung des verletzten Opfers Ermyas M zurück. Er habe sich noch immer nicht vollständig von seiner schweren Kopfverletzung erholt und konnte sich bei der Befragung am Dienstag weder an den Tatverlauf noch an mögliche Täter erinnern. Ob sein Gedächtnis jemals zurückkehre, sei jedoch nicht absehbar.

Der 37-jährige deutsche Ingenieur dunkler Hautfarbe war am Ostersonntag mit einem Schlag niedergestreckt und schwer verletzt worden. Weil das Opfer während des Schlags zufällig telefonierte und mit der Handy-Mailbox seiner Frau verbunden war, zeichnete diese unter anderem die Beschimpfung „Scheiß Nigger“ auf. Die Bundesanwaltschaft übernahm daraufhin die Ermittlungen. Nur wenige Tage später wurden die beiden Verdächtigen festgenommen.

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