Übernahme durch PSA
Politik segnet Opel-Deal ab

Der französische PSA-Konzern kauft den Autobauer Opel. Die deutsche Politik bewertet die Entwicklung positiv. Allerdings wollen Bund und Länder den Vertragspartnern weiter genau auf die Finger schauen.
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BerlinWas die Bundeswirtschaftsministerin und die Ministerpräsidenten mit Opel-Standorten zu verkünden haben, klingt geradezu feierlich: „Das heutige Signing ist ein erster Schritt, um in Europa einen europäischen Global Player durch den Zusammenschluss von Opel/Vauxhall und PSA auf den Weg zu bringen. Es ist gut, dass es die Zusage gibt, die bestehenden Verträge über Standorte, Beschäftigung und Investitionen zu erhalten und Opel/Vauxhall als eigenständige Marke mit einem eigenständigen Management fortzuführen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD), der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und deren Amtskollegen aus Hessen und Thüringen, Volker Bouffier (CDU) und Bodo Ramelow (Linke).

Doch dem Beifall folgt eine eindeutige Mahnung. Es stünden noch entscheidende Schritte an, schreiben die Politiker weiter. „Die Verträge müssen intensiv geprüft werden, insbesondere von den Vertretern der Arbeitnehmer. In dem nun folgenden Prozess muss Transparenz sichergestellt werden. Es muss gewährleistet sein, dass das europäische Management von Opel/Vauxhall, der Gesamtbetriebsrat und der europäische Betriebsrat von Opel/Vauxhall in vollem Umfang in die weiteren Gespräche einbezogen werden. Ihr Wissen muss zum Wohle des Konzerns in die Beratungen einfließen", heißt es in der Erklärung weiter.

Der französische Autobauer PSA übernimmt von General Motors für einen Kaufpreis von 1,3 Milliarden Euro die europäischen Automarken Opel und Vauxhall. Zu dem Geschäft gehört auch ein Joint Venture mit der Bank BNP Paribas, so dass sich ein Gesamtvolumen von 2,2 Milliarden Euro ergibt. Betroffen sind rund 40.000 Angestellte in zwölf Fabriken. Sollten die Kartellbehörden zustimmen, entstünde der nach Volkswagen zweitgrößte europäische Autokonzern. Die Produktion könnte bei fünf Millionen Autos pro Jahr liegen. Das Geschäft soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.

Die Druckmittel der Politik in Deutschland sind allerdings begrenzt. Offenbar setzt man hierzulande aber auf Unterstützung aus Paris: „Wir haben die Chance, den guten Gesprächsfaden mit der der französischen Regierung zu erhalten und zu nutzen“, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Der französische Staat hält 14 Prozent am PSA-Konzern und sitzt daher mit am Verhandlungstisch.

Es gehe darum, den Opel-Betriebsrat in den kommenden Monaten zu unterstützen, hieß es in den Kreisen weiter. Die Arbeitnehmervertreter müssten im nächsten Schritt die Möglichkeit erhalten, die Verträge zu prüfen. Bislang hätten sie diese nur in Auszügen zu sehen bekommen. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass Zusagen eingehalten werden“, hieß es in den Kreisen weiter.

Der Koordinator von Bund und Ländern in den Verhandlungen zwischen PSA und GM, Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig, bewertete positiv, dass es nun ein einheitliches Unternehmen „Opel gibt – im Unterschied zu den gestückelten Unternehmensformen im bisherigen GM-Verbund“. Das stärke die Arbeitnehmervertretung und deren Mitbestimmungsrechte, aber auch das deutsche Management.

Positiv ist Machnig auch für das Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim gestimmt. Es sei „ein Kernelement“ von Opel. „Da der Markenwert von Opel höher ist, als der von PSA, hat PSA ein Interesse daran, von diesem Wert zu profitieren“, sagte Machnig. Das sei auch ein Hinweis darauf, dass man Opel mittelfristig zu einem starken Partner machen wolle.

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Übernahme durch PSA: Politik segnet Opel-Deal ab"

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  • Diese Satire kann ich mir nicht verkneifen .

    Die Übernahmebedingungen zwischen PSG und Opel wurde im Eisenbahnwagen von Compiegne beschlossen.

    Gerne hätte ich auch als damaliger Opel Fahrer gesehen, dass man Opel nach Haus holt durch einen Deutschen Autobauer. Das VW gescheitert ist Opel zu kaufen
    ist mir unbegreiflich. Opel auf dem Weltmarkt und nicht nur in Europa hat eine gute Chance , hoffen wir das die Franzosen Opel nicht als Denkfabrik nutzen für ihre Autos.

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