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Überprüfung gefordert: WDR-Rundfunkratsmitglied schießt gegen neue GEZ-Gebühr

exklusivDer Protest gegen die neue GEZ-Gebühr erhält nach dem Zahlungsstopp der Stadt Köln neue Nahrung. Da andere Kommunen dem Beispiel folgen könnten, schlägt nun ein Mitglied im Rundfunkrat des mächtigsten ARD-Senders Alarm.

Der Protest gegen die neue GEZ-Gebühr erhält nach dem Zahlungsstopp der Stadt Köln neue Nahrung. Quelle: dpa
Der Protest gegen die neue GEZ-Gebühr erhält nach dem Zahlungsstopp der Stadt Köln neue Nahrung. Quelle: dpa

BerlinEin drohender GEZ-Boykott der Kommunen in Deutschland hat die Politik alarmiert. Der FDP-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag Ralf Witzel, der auch Mitglied im Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ist, äußerte Verständnis für die Probleme, die die Kommunen und Betriebe mit dem neuen Rundfunkbeitrag haben, und forderte rasche Konsequenzen. „Die drastischen Auswirkungen gehören daher umgehend auf den Prüfstand und offenkundige Schieflagen korrigiert“, sagte Witzel Handelsblatt Online. Er sprach von „nachvollziehbaren Beschwerden“, wovor die FDP bei ihrer Ablehnung des neuen Staatsvertrages immer gewarnt habe. „Diese bekannten Fehlentwicklungen hat die Mehrheit in den Länderparlamenten aber stur ignoriert.“

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Es sei „bezeichnend, wenn die Stadt Köln am Standort des WDR nun das Chaos feststellt und die Zahlung verweigert“, sagte Witzel weiter. Den Kölner Gebühren-Boykott hatte Stadtdirektor Guido Kahlen verhängt. Grund ist die geänderte Berechnungsgrundlage für die Gebühr. Niemand wisse derzeit, wie viel Geld die Verwaltung überweisen müsse, sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. „Wir können den Steuerzahlern nicht zumuten, auf Verdacht eine nicht exakt ermittelte Gebühr zu entrichten.“

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Die Deutschen leisten sich das teuerste Rundfunksystem der Welt. Jetzt ist es noch teurer geworden.

Der neue Rundfunkbeitrag gilt seit Anfang des Jahres. Die Gebühr von 17,98 Euro pro Monat muss pauschal für jeden Haushalt unabhängig von der Zahl der Rundfunkgeräte gezahlt werden. Bei Unternehmen und Kommunen richtet sich die Höhe des Beitrags aber nach der Zahl der Betriebsstätten, der Beschäftigten und der betrieblich genutzten Fahrzeuge. Der neue Rundfunkbeitrag soll nach zwei Jahren überprüft werden. So lange wollen die Kommunen aber nicht warten. Betroffene Unternehmen haben bereits Klage angekündigt oder eingereicht.

Die Sendung mit den Mäusen Wofür ARD und ZDF Gebühren-Milliarden verprassen

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Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, äußerte Verständnis für die Kölner Entscheidung und schloss nicht aus, dass dem Beispiel weitere Kommunen folgen werden. „Die GEZ ist verpflichtet, den Städten einen nachvollziehbaren, rechtmäßigen Bescheid zu erteilen. Andernfalls wird die Kommune die Zahlung verweigern“, sagte Landsberg Handelsblatt Online. „Denn es steht natürlich jeder Stadt – wie auch einem Privatmann oder einem Unternehmen – frei, den Bescheid anzufechten.“

Deutschlands größte TV-Sender

  • Platz 10

    Super RTL - 2,2 Prozent Marktanteil (Stand: 2011)

    Quelle: AGF/GfK Fernsehforschung

  • Platz 9

    RTL II - 3,6 Prozent Marktanteil

  • Platz 8

    Kabel Eins - 4 Prozent Marktanteil

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    Vox - 5,6 Prozent Marktanteil

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    ProSieben - 6,2 Prozent Marktanteil

  • Platz 5

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  • Platz 4

    ZDF - 12,1 Prozent Marktanteil

  • Platz 3

    ARD - 12,4 Prozent Marktanteil

  • Platz 2

    Dritte Programme - 12,5 Prozent Marktanteil

  • Platz 1

    RTL - 14,1 Prozent Marktanteil

Zum Boykott der GEZ-Gebühr wollte FDP-Mann Witzel nicht aufrufen. „Wir müssen die rechtlichen Grundlagen ändern, um das Akzeptanzproblem bei der Rundfunkfinanzierung zu beseitigen“, sagte er. „Die Landtage sollten sich zeitnah mit dem offenkundigen Reformbedarf beschäftigen.“ So führe beispielsweise das bloße Vorhandensein eines Gebäudes oder Fahrzeugs noch nicht zur Mediennutzung und damit zur Gebührenpflicht.

  • 31.01.2013, 18:34 Uhraufstehen1sitzen6

    Hoffentlich auch ein Paradebeispiel, welches im Kapitel des größten Raubzuges der Geschichte einen Platz finden wird, neben Verramschung von bezahltem Volkseigentum, Lohndumping, Altersarmut, Mietentreiberei und all dem Privatisierungswahn zugunsten der Oligarchendiktatur...ist der aufgezwungene (T)Euro nun aus dem Ruder gelaufen, sodass undemokratisch eine Zwangssteuer zur exorbitanten Finanzierung der Rundfunkräte und Konsorten sogar doppelt abgezockt wird pro Haushalt UND Firma? Und das Ganze noch für den servierten, gleichgeschalteten - sorry, "ökonomischen" Müll? Und auch für Menschen (und davon kenne ich einige), die weder PC noch TV noch Radio haben wollen? Hier wird auch mit der Lethargie der widerstandslosen Masse gepokert...aber wie lange noch????? Wählt KEINE Blockparteien mehr!!!

  • 31.01.2013, 10:08 UhrMultipleTageWerdenZuJahren

    Eine Frage an den Autor des Kommentars. Ich bedanke mich für die Löschung meines Beitrags zu Ihrem Kommentar. Bisher ging ich immer, wahrscheinlich irrig, davon aus, daß in diesem Lande noch ein Stück freie Meinungsäußerung herrscht. Davon haben Sie mich nun geheilt.

    Unter normalen Umständen darf das doch noch gesagt werden. Selbst in staatstragenden Gesellschaften gibt es Zwitter. Das Unternehmen GEZ zeugt davon vortrefflichst. Offensichtlich eine Gesellschaft im rechtsfreien Raum.

    Von Rundfunk (Gedudel am laufenden Band) und Fernsehen (gut, daß man die eigene Umgebung erkennt) über gleichgeschaltete Medien, sollten wir aufhören, von Demokratie reden zu wollen. Wir sind dort, wo wir seit der Installierung der Bundeswehr unter Konrad Adenauer eigentlich nie mehr hinwollten. Gut, Generationen sind durch natürlichen Abgang (bei Einzelpersonen weniger) dezimiert, werden Waren, weil der Endverbraucher ja mehr Wert in erhielt, durch entsprechende Steuern am Mehrwert beteiligt. Ganz simpel, wie die deutsche Sprache unbemerkt das Einfallstor für die Gedankenspiele von Erfüllungsgehilfen wurde. Tot ziens, ganz im Sinne bis bald, wir werden sehen. Wie weit ist es bis zum Ende?

  • 31.01.2013, 03:44 UhrKrugStillo83

    Die GEZ Sender sollten mal langsam lernen sich selber zu finanzieren, wie die anderren auch! (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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