Überraschung des Parteitags
Mehr Stimmen für Steinbrück als für Parteilinke Nahles

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hat auf dem SPD-Bundesparteitag mit 75,4 Prozent der Delegiertenstimmen überraschend besser abgeschnitten als die Parteilinke Nahles, für die 74,8 Prozent stimmten. Vor der Abstimmung hatten Beobachter erwartet, dass für Nahles mehr als 80 Prozent votieren würden - wie für Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, der 85,5 Prozent erhielt.

Vertreter der Linken warfen anschließend den jungen Netzwerkern, die für einen Modernisierungskurs vor, sie hätten Nahles stellvertretend für alle Linke für den Richtungswechsel von Parteichef Kurt Beck abgestraft. Beck, der mit 95,5 Prozent wieder gewählt wurde, hatte vor dem Parteitag mit dem Plan, das Arbeitslosengeld I zu verlängern, einen Kurswechsel nach links eingeleitet. Die Spitzenleute der drei wichtigen Strömungen der SPD - Linke, Netzwerker und Seeheimer Kreis, hatten eigentlich verabredet, als Zeichen der Geschlossenheit jeweils auch die Kandidaten der anderen Strömungen mit zu wählen. Vertreter der konservativen Seeheimer sagten, sie hätten sich an die Absprache gehalten.

Die Linken nutzten anschließend die befürchtete Chance zur Rache nicht: Generalsekretär Hubertus Heil, Mitbegründer des Netzwerks, bekam 80,9 Prozent der Stimmen. Geschlossen votierten die Delegierten sodann für die neue Schatzmeistern: Die bisherige Finanzstaatssekretärin Barbara Hendricks erreichte 87,6 Prozent Zustimmung.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
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