Überraschungen eher selten
Ministerpräsidenten-Wahlen fast reine Routine

Ministerpräsidenten-Wahlen zählen für gewöhnlich nicht zu den spektakulärsten Vorgängen auf politischer Ebene. Überraschungen sind daher eher selten, trotzdem gab es auch in den Bundesländern eine Reihe von zweiten Wahlgängen und Mehrheitsverschiebungen.

HB HAMBURG. Zuletzt verfehlte Baden-Württembergs Regierungschef Erwin Teufel (CDU) am 12. Juni 1996 im ersten Wahlgang die für seine Wiederwahl notwendige Stimmenzahl - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Bundeslandes. Im zweiten Wahlgang wurde Teufel gewählt, bekam aber immer noch zwei Stimmen weniger, als die neue CDU/FDP-Koalition insgesamt Mandate hatte.

Erst im dritten Wahlgang wurde Reinhard Höppner (SPD) am 21. Juli 1994 in Sachsen-Anhalt zum Chef einer rot-grünen Minderheitsregierung gewählt. In den ersten beiden Wahlgängen hatten weder Höppner noch sein Gegner, der bisherige CDU-Ministerpräsident Christoph Bergner, die nötige Mehrheit erreicht. In Mecklenburg-Vorpommern wurde Berndt Seite (CDU) am 19. März 1992 im zweiten Anlauf zum Regierungschef erkoren - bei der ersten Abstimmung hatte ihm eine Stimme gefehlt.

Auch Saarlands Ministerpräsident Werner Zeyer (CDU) fiel am 21. Mai 1980 im ersten Wahlgang durch - erst zwei Tage später wurde gewählt.

Völlig überraschend endete die Wahl eines neuen Regierungschefs 1976 in Niedersachsen: Der von der regierenden SPD/FDP-Koalition vorgesehene Kandidat, Helmut Kasimier, verfehlte im ersten Wahlgang am 14. Januar die notwendige Stimmenzahl. Zugleich fehlte dem CDU- Kandidaten Ernst Albrecht nur eine Stimme zur absoluten Mehrheit. Im zweiten Wahlgang am 15. Januar die Sensation: Albrecht wurde gewählt - mit einer Stimme aus den Reihen der bisherigen Regierungskoalition.

Am 25. Juli 1966 wurde NRW-Regierungschef Franz Meyers (CDU) mit nur einer Stimme mehr als nötig wiedergewählt. Er bekam in beiden Wahlgängen je 100 Stimmen, eine weniger als die absolute Mehrheit von 101. Sein Gegenkandidat, der SPD-Landeschef Heinz Kühn, erhielt je 99 Stimmen. Ein Abgeordneter enthielt sich jeweils. Nach dem zweiten Wahlgang entschied der Landtagspräsident, Meyers sei gewählt, weil jetzt die einfache Mehrheit ausreiche.

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