Ukraine-Berichterstattung
Vorsitzender des Fernsehrats nimmt ZDF in Schutz

Das ZDF steht wegen seiner Ukraine-Berichterstattung in der Kritik – auch, weil der Chefredakteur kritische Fragen im Fernsehrat abblockte. Der Vorsitzende des Gremiums hält die Aufregung für unangemessen.
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BerlinDer Vorsitzende des ZDF-Fernsehrats, Ruprecht Polenz (CDU), hat Kritik aus der Linkspartei an der Ukraine-Berichterstattung des Senders deutlich zurückgewiesen. „Die ZDF-Gremien haben die Ukraine-Berichterstattung des ZDF ausdrücklich gelobt und anerkannt“, schreibt Polenz auf seiner Facebook-Pinnwand. Lediglich die von der Linkspartei in den Fernsehrat entsandte Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch sei anderer Meinung.

Lötzsch hatte in der Fernsehratssitzung am 19. September den ZDF-Chefredakteur Peter Frey mit kritischen Nachfragen konfrontiert, die dieser nicht beantworten wollte. Das geht aus einem Brief von Lötzsch an Frey hervor. Das Schreiben liegt dem Handelsblatt vor. Die Fragen von Lötzsch galten einem Bericht in der „heute“-Nachrichtensendung vom 8. September über die Ost-Ukraine. In dem Beitrag wurden kommentarlos Kämpfer des rechtsextremen ukrainischen Asow-Bataillons mit Hakenkreuz und SS-Rune am Stahlhelm gezeigt. Lötzsch forderte Frey in dem Schreiben auf, ihre Fragen schriftlich zu beantworten.

Polenz erklärte, der zuständige Programmausschuss Chefredaktion habe sich in seiner Sitzung am 05. September mit der Krisenberichterstattung des ZDF in der Russland-Ukraine-Krise und im Gaza-Krieg befasst. Der Fernsehrat habe das am 19. September getan. „In der anschließenden Pressekonferenz habe ich ausführlich über die positive Bewertung der Ukraine-Berichterstattung des ZDF durch die ZDF-Gremien berichtet - nicht zuletzt deshalb, weil der ARD-Programmbeirat die ARD-Berichterstattung zur Ukraine kritisiert hatte“, unterstrich der CDU-Politiker.

Polenz gab in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass in letzter Zeit viel über Versuche des Kreml zu lesen gewesen sei, mit Druck und Kampagnen in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter Einfluss auf die öffentliche Meinung in Deutschland zur Russland-Ukraine-Krise zu nehmen. Und er fügt mit Blick auf die deutsche Berichterstattung hinzu: „Es wäre mehr als nur bedauerlich, wenn sich auch seriöse Zeitungen daran beteiligten.“

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„Unausgewogen“, „tendenziös“, „einseitig“

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