Ukraine-Krise
Schröder warnt vor neuen Russland-Sanktionen

„Russland-Versteher“ und stolz drauf: Ex-Kanzler Gerhard Schröder bekennt sich beim „Russlandtag“ in Rostock zum umstrittenen Nachbarn und warnt den Westen davor, weitere Sanktionen in der Ukraine-Krise zu verhängen.
  • 28

BerlinEx-Kanzler Gerhard Schröder fühlt sich Russland weiter eng verbunden und will trotz Kritik auch künftig als „Russland-Versteher“ für bessere Beziehungen werben. Der Begriff „Russland-Versteher“ sei zu einem Kampfbegriff geworden, mit dem jene diskreditiert werden sollten, die eine differenzierte Debatte führen wollten, sagte Schröder am Mittwoch in Rostock auf dem Russland-Tag, der wegen der Rolle Moskaus im Ukraine-Konflikt umstritten ist.

Das Wirtschaftstreffen wird von der mecklenburg-vorpommernschen Landesregierung von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) ausgerichtet. Die mehr als 400 Teilnehmer kommen in erster Linie vornehmlich aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Gebiet rund um St. Petersburg.

„Ich stehe dazu, dass ich Russland, seine Menschen und seine politische Führung verstehen will. Ich schäme mich dafür nicht, im Gegenteil: Ich bin stolz darauf.“ Schröder ist mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eng befreundet.

Aus seiner Sicht entwickelten sich die Beziehungen des Westens mit Moskau in die falsche Richtung. Er warb dafür, den Dialog mit Russland trotz des fortwährenden Ukraine-Konflikts zu suchen. „Nur so kann Vertrauen entstehen, das derzeit fehlt“, sagte Schröder.

Schröder warnte die USA und die EU vor neuen Russland-Sanktionen in der Ukraine-Krise. „Die gegenseitigen Sanktionen schaden beiden Seiten immens“, sagte Schröder laut Redemanuskript auf dem Russland-Unternehmertag in Mecklenburg-Vorpommern am Mittwoch in Rostock. „Deswegen mahne ich an, dass sowohl die russische als auch die europäische Politik aus der Spirale von immer schärferen Wirtschaftssanktionen herausfinden müssen.“

Seite 1:

Schröder warnt vor neuen Russland-Sanktionen

Seite 2:

Russland fühle sich vom Westen bedroht

Kommentare zu " Ukraine-Krise: Schröder warnt vor neuen Russland-Sanktionen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Herr Keizer,

    wie so oft in der letzten Zeit herrscht auch hier aus meiner Sicht ein großes Missverständnis. Sie setzen Putins vermutete Ambitionen der russischen Politik gleich. Ich bin überzeugt, dass dem nicht so ist. Imperiale Gelüste kann ein Mensch haben, aber kein Staat. Die Interessen Russlands liegen wohl eher vorrangig in der Schaffung einer Pufferzone zwischen der NATO und Russland. Und das mit gutem Grund. Immerhin hat die NATO in den vergangenen zwei Dekaden alles gemacht um Russland auf die "Pelle" zu rücken. Das Russland dies nicht stillschweigend hinnimmt ist doch wohl verständlich.
    Ganz sicher gibt es genug Anlass die Verhältnisse in Russland zu kritisieren und auch Putins persönliche Rolle dabei. Aber im gegenwärtigen Konflikt sollte dabei im Hinterkopf immer präsent sein, dass der Ukrainekonflikt provoziert wurde, vor allem von Scharfmachern wie Rasmussen und seinen Freunden aus den USA. In sofern kann man von Putin halten was man will - wir sollten in Europa eher danach trachten die Beziehungen zu Russland zu normalisieren. Nebenbei gesagt wird dies auch Putins persönliche Macht in Russland eher schwächen und den demokratischen Kräften im Lande Aufträge geben. Scharfmacherei hingegen stärkt die Position Putins nur.

  • Am Tag der deutschen Einheit wird es in Leipzig eine Demonstration für Freiheit und Frieden geben.
    Sie richtet sich gegen Krieg mit Russland und für einen Austritt Deutschlands aus der NATO aus.
    Es wird Zeit den Kriegstreibern, die auch in Deutschland sitzen, gehörig auf die Finger zu klopfen!

  • Die 1997 in Paris unterzeichnete Nato-Russland-Grundakte enthält überwiegend Absichtserklärungen für die künftige gute Zusammenarbeit in allen relevanten Fragen der Sicherheitspolitik.Gegen die hat die Nato schon mit ihren mehrwöchigen Luftangriffen auf Jugoslawien im Kosovo-Konflkt verstoßen. Weiter Verstöße waren 2008 die Versuche, Georgien und die Ukraine in die Nato aufzunehmen.
    Heute greifft der Westen einschließlich Merkel in demagogischer Weise Putin an und gefährdet unseren Frieden. Das ist politischer Kindergarten. Besonders der KSE-Vertrag würde durch weitere Stationierungen im Osten der früheren Teilungsgrenze verletzt.
    Vergeblich hat Putin dagegen auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 protestiert.
    Das alles haben diese Pseudopolitiker bei uns vergessen?
    Dafür schäme ich mich als Deutscher!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%