Gefunden haben die Statistiker den Fehler, als sie ein neues Messverfahren testeten. Wie groß der Fehler ist, wollten sie am Dienstag aber nur schätzen. „Genaue amtliche Bevölkerungszahlen werden wieder nach dem Zensus 2011 vorliegen“, kündigten sie an. Mit Statistikern, die landauf, landab an Haustüren klingeln werden, ist trotz der neuen Zählung nicht zu rechnen. Auf eine traditionelle Befragung aller Einwohnerinnen und Einwohner werde verzichtet, hieß es am Dienstag aus Wiesbaden. Wie viele Menschen in einem Land leben, wie sie wohnen und arbeiten, soll in einem neuen EU-weiten Verfahren herausgefunden werden.
Letztlich könnten sich die Pessimisten im Land aber doch wieder bestätigt fühlen. Denn auch wenn weniger Menschen in Deutschland leben als bislang gedacht, wird sich eine für das Wohl eines Landes entscheidende Größe dadurch nicht ändern: die Zahl der Arbeitslosen. Eine mögliche Korrektur der Bevölkerungszahl habe „keinerlei Einfluss auf die Höhe der Arbeitslosenquote“, ließ die Bundesagentur für Arbeit (BA) das Handelsblatt am Dienstag wissen.
Die Nürnberger Behörde schaut in andere Statistiken als das Wiesbadener Amt. Die einzelnen Bestandteile der „zivilen Erwerbspersonen“ würden völlig unabhängig von der Bevölkerungsrechnung erhoben, erklärte die BA. Die Zahl der Arbeitslosen messen die Nürnberger selbst, die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erfasst ein sogenanntes „Meldeverfahren zur Sozialversicherung“, geringfügig Beschäftigte wiederum ein anderes Verfahren, Beamte stehen in Personalstandsstatistiken. Und so weiter.


