Umbau der Familienförderung
SPD will Ehegattensplitting abschaffen

Sollte die SPD die nächste Bundestagswahl gewinnen, will sie die Familienförderung „radikal“ umbauen. Nicht „Alleinverdienerehen“, sondern Familien sollen unterstützt werden. Auch beim Kindergeld sind Änderungen geplant.
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BerlinDie SPD will im Falle eines Wahlsieges die Familienförderung "radikal" umbauen. Parteichef Sigmar Gabriel sagte dem "Spiegel", die SPD wolle das Ehegatten-Splitting für neu verheiratete Paare abschaffen, das Kindergeld und den sogenannten Kinderzuschlag zusammenlegen sowie den Kinderfreibetrag abschmelzen, von dem nur Besserverdiener profitierten.

"Der Staat muss Familien unterstützen, nicht Alleinverdienerehen", sagte Gabriel. Es sei "absurd", dass wohlhabende Bürger über den Kinderfreibetrag am Ende mehr Geld vom Staat für ihre Kinder bekämen als ärmere Familien, die auf das Kindergeld angewiesen seien. Eine Familie mit Durchschnittseinkommen erhalte derzeit 184 Euro Kindergeld für das erste Kind. "Wir wollen dies für Familien, die bis zu 3000 Euro pro Monat verdienen, auf maximal 324 Euro erhöhen." Das koste Geld; deshalb solle der Kinderfreibetrag abgesenkt werden.

Der SPD-Chef kündigte für den Fall eines Wahlsiegs zudem ein Gesetz an, das die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen bei der Entlohnung verbiete. In Deutschland bekämen Frauen 22 Prozent weniger Lohn als Männer. "Deutschland spricht ja gern über die oberen Zehntausend der Gesellschaft und zu wenig über den normalen Lebensalltag", sagte Gabriel dem "Spiegel". Es werde viel zu wenig geredet über Frauen, die im Supermarkt an der Kasse stehen oder im Pflegedienst arbeiten.

Die SPD werde im Wahlkampf die drei Themen Gerechtigkeit, Sicherheit und Vorsorge betonen, kündigte Gabriel an. Ziel sei, "am Ende deutlich über 30 Prozent zu liegen".

 
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umbau der Familienförderung: SPD will Ehegattensplitting abschaffen"

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  • Hurra!
    Endlich bekennt sich die SPD zu ihrem wahren Gesicht:
    sie will keine Kinder - und schon gar nicht solche die in einem alten Wertebild aufwachsen - beschützt und behütet in der Familie.
    Weltfremd alle die glauben, dass sich Kinder pflegeleicht aufziehen lassen. Mir als 4fachem Vater absolut unverständlich. Kinder werden krank, Kinder brauchen Mutter oder Vater nicht nur mal eben kurz sondern intensiv und ständig verfügbar. Sie brauchen die Gewissheit in ihrer Entwicklung immer Halt und Rat zu finden. Das alles kann eine Kita, Grippe oder wie auch immer benannte externe Einrichtung nicht leisten.
    Gut - diese politischen Vorschläge sind nicht neu - was mir aber wirklich Sorge macht ist was kommt danach: Familiensplitting abgeschafft, Kindergeld gestrichen ... Einverdienerehen unter Strafe gestellt ...
    SPD ... Single . Partizipieren . Doppelt.


    Willkommen in der kinderlosen Zone Deutschland

  • Die von der SPD geplante Abschaffung des Ehegattensplittings wird entweder schlecht vermittelt oder, falls sie tatsächlich auch für mittlere Einkommen gelten soll, zu massiven Wählerverlusten bei langjährigen SPD Wählern führen.

  • Dann weiß ich ja das ich CSU wähle. Wir sind eine Familie mit 2 Kindern und überzeugt das unsere Kinder die Mutter zu Hause brauchen. Eine Abschaffung würde uns 7000 Euro im Jahr Kosten und meine Frau wäre Arbeitslos gemeldet.ciwxm

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