Umfrage
58 Prozent der Deutschen lehnen Eurobonds ab

Die Mehrheit der Bundesbürger lehnt Eurobonds als Mittel gegen die Schuldenkrise ab. Das ergab eine Umfrage, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.
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DüsseldorfGut jeder zweite Deutsche lehnt gemeinsame europäische Staatsanleihen – sogenannte Eurobonds – als Mittel zur Bekämpfung der Staatsschuldenkrise kategorisch ab. Da sich gleichzeitig ein Viertel der Bundesbürger kein Urteil zu dieser von der EU-Kommission forcierten Kapital-Maßnahme zutraut, reduziert sich die Zahl der überzeugten Eurobonds-Befürworter hierzulande auf 17 Prozent.

Das ergibt eine repräsentative Umfrage der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und des Marktforschers Toluna unter 1.000 Bundesbürgern, die Handelsblatt FinanceToday, der internationalen Presseschau für die Finanzbranche, exklusiv vorliegt. Damit weiß die Bundesregierung die Mehrheit der Bevölkerung bei ihrer harten Linie gegen die Pläne von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso hinter sich.

Ob ihr das am Ende auch etwas nutzen wird, bleibt aber weiterhin fraglich. Nur rund ein Drittel der Deutschen ist davon überzeugt, dass sich Merkel und Co. im Streit mit Brüssel behaupten werden, knapp jeder Zweite rechnet hingegen mit einem Einknicken der Bundesregierung.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung

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  • So wie Fr. Merkel Stimmung gegen Eurobonds macht .
    So ist auch das Ergebnis nicht tragfähig .
    Das Handel dieser Partei ist dem deutschen Volk und den Menschen in Europa gegenüber Verantwortungslos .
    Die Kosten der Rettungsschirme können dem Bürger mit Sonderabgaben und Steuern aufgedrückt werden . Die höhere Zinslast der Eurobonds nicht , um diese zu senken müßte Deutschland und Europa besser Haushalten .
    Das heißt solange wie Fr Merkel die Kosten der Rettung uns aufdrücken kann , kann sie auch von Europa aus Unabhängig neue Schulden machen . Mit Eurobonds kann die deutsche Regierung nicht mehr so leicht neue Schulden aufnehmen . Weil die Neuverschuldung müsste Europa zustimmen .

  • Also von einer Partei mit dem "C" im Namen könnte man auch andere Ansichten erwarten, beispielsweise "Stark hilft Schwach" und Solidarität. Die Debatte und die dogmatische Erinnerung an die Tugenden solider Finanzpolitik und Preisstabilität hat angesichts der gegenwärtigen Krise groteske bis irrationale Züge.

    Niemand will wissen, was man tun muss, damit Kinder nicht in den Brunnen fallen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Griechen, Italiener und auch Spanier werden sich nicht in die Wettbewerbsfähigkeit "hungern" können.

    Vielleicht sollten wir auch den Länderfinanzausgleich Deutschlands überdenken: Jeder ist für sich selbst verantwortlich... Deutschland erinnert ein wenig an den Barbesitzer, der lange gut vom "Alkoholismus" bspw. der Griechen profitiert hat (Rüstungsexporte sind da ein nettes Beispiel).

    Jeder lacht über die dogmatische Prinzipientreue eines Pazifisten, der im Angesichte eines blutrünstigen Diktators das Gewaltverbot hochhält. Aber die Analogie zur gegenwärtigen Haltung der Bundesregierung sehen wohl nur Paul Krugman und Robert Shiller. Doch wer sind die nur, gegen so kundige Menschen wie den Herrn Henkel...

  • Es ist sicher so, dass die meisten Deutschen nicht genau wissen wie es im Detail funktioniert. Allerdings ist jetzt schon sehr deutlich, dass Deutschland für die Schulden anderer Staaten zahlen muss. Und dies gefällt halt nicht.

    Jeder Staat muss für seine Schulden selber einstehen. Einen Sozialisierung der Schulden darf es nicht geben, da es keine Anreize für die Sünder und eine Bestrafung für die kreditwürdigen Staaten bedeutet.

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