Umfrage: 99 Prozent der Deutschen überschätzen das Armutsproblem

Umfrage
99 Prozent der Deutschen überschätzen das Armutsproblem

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit konnte die extreme Armut in den letzten 20 Jahren um die Hälfte verringert werden – das wissen allerdings nur 0,5 Prozent der Deutschen.

BerlinDie Erfolge im Kampf gegen die Armut in der Welt bleiben von vielen Menschen und besonders von Deutschen weitgehend unbemerkt. Weltweit glaubt jeder Zweite (48 Prozent) auch nicht, dass sein persönliches Engagement zur Überwindung der extremen Armut beitragen kann. Das geht aus einer Umfrage des niederländischen Forschungsinstituts Motivaction hervor, die die Entwicklungsorganisation Oxfam am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Dass die Zahl der Menschen in extremer Armut in den vergangenen 20 Jahren weltweit um die Hälfte verringert werden konnte, wissen nur 0,5 Prozent der Deutschen. 92 Prozent der Deutschen gehen vielmehr fälschlicherweise davon aus, dass die Armut gleich geblieben oder sogar gestiegen ist. 7 Prozent vermuten, die Armut sei nur um 25 Prozent gesunken, berichtete Oxfam aus der Studie, die von der Bill und Melinda Gates-Stiftung finanziert wurde. Tatsächlich aber habe sich die Armut halbiert.

„Die Bekämpfung der Armut macht Fortschritte, aber der öffentliche Glaube daran fehlt“, sagte Martijn Lampert von Motivaction. Drei Viertel der Deutschen halten es auch für unwahrscheinlich, dass die Armut bis 2030 beseitigt werden könnte. Laut Studie sind die Deutschen insgesamt pessimistischer als der Weltdurchschnitt.

Aber auch 87 Prozent der Befragten weltweit nehmen an, dass die Zahl der Menschen in absoluter Armut konstant geblieben oder gestiegen sei. In China, das mit seinem Boom viele Millionen aus der Armut geholt hat, sind die Fortschritte allerdings am stärksten in den Köpfen der Menschen verankert. So sind die Chinesen auch entsprechend optimistisch, das weitere Erfolge erreicht werden können.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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