Umfrage
Akzeptanz von Markt und Wettbewerb sinkt

Noch eine Chance für den Sozialismus? Fast 40 Prozent der Ostdeutschen meinen ja, zeigt eine Dimap-Studie. Vier von fünf Befragten wünschen sich Errungenschaften aus DDR-Zeiten im Gesundheitswesen oder bei der Bildung zurück, rund die Hälfte der Ostdeutschen zweifeln an der sozialen Marktwirtschaft.

BERLIN. Fast 40 Prozent der Ostdeutschen würden dem Sozialismus noch mal eine Chance geben. 84 Prozent wünschen sich Errungenschaften aus DDR-Zeiten im Gesundheitswesen oder bei der Bildung zurück, rund die Hälfte der Ostdeutschen zweifeln an der sozialen Marktwirtschaft. Das sind drei Ergebnisse einer dem Handelsblatt vorliegenden Dimap-Umfrage im Auftrag der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Fragen wurden bundesweit 3 000 Teilnehmern in den ersten Wochen der aktuellen Finanzkrise gestellt.

Die Umfrage erscheint mitten in einer hitzig geführten Debatte über das DDR-Erbe 20 Jahre nach dem Mauerfall. Der aus dem Ruhrgebiet stammende Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering (SPD), hatte sie mit angestoßen, als er in einem Interview sagte: „Ich verwahre mich dagegen, die DDR als totalen Unrechtsstaat zu verdammen, in dem es nicht das kleinste bisschen Gutes gab.“ Als Beispiel nannte Sellering das System der Polikliniken, das Angebot an Kinderbetreuung und positive Entwicklungen im Schulbereich. Im 20. Jahr nach dem Fall der Mauer dürften die Bilanzen nicht nur aus westlicher Sicht gezogen werden, forderte der SPD-Politiker.

Sellering stößt in Ostdeutschland laut der Umfrage auf offene Ohren. Mehr als die Hälfte der Befragten in den neuen Bundesländern stimmen dem Satz zu: „Den DDR-Bürgern ist das westliche System ohne sie zu fragen aufgezwungen worden.“ Fast 84 Prozent der Ostdeutschen sagen: „Es hätte mehr von den Errungenschaften der DDR bewahrt werden sollen, zum Beispiel das Gesundheitssystem oder das Bildungssystem.“

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