Umfrage
Beck im freien Fall

Es geht immer weiter abwärts für den SPD-Chef: Kurt Beck hat bei der Präferenz der Deutschen in der Kanzlerkandidaten-Frage einen neuen Tiefststand erreicht. Die Amtsinhaberin kommt deutlich besser weg.

HB BERLIN. Nach der am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Forsa-Umfrage für den „Stern“ und den Sender RTL sprechen sich nur zehn Prozent der Befragten für einen Kanzler Beck aus, zwei Punkte weniger als vor einer Woche. Für Beck ist dies der niedrigste Wert seit seinem Antritt als SPD-Chef im April 2006.

Vor allem die von Parteichef Kurt Beck betriebene Öffnung zur Linkspartei in den Ländern ist umstritten. Beck hatte durchgesetzt, dass in Hessen auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ins Auge gefasst wurde. Dort scheiterte ein Bündnis oder eine informelle Zusammenarbeit allerdings am innerparteilichen Widerstand.

Der Rückstand auf Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Frage der Kanzlerpräferenz hat sich mit Becks schlechtem Abschneiden auf 50 Prozentpunkte vergrößert. Die Amtsinhaberin wünschen sich wie in der Vorwoche 60 Prozent der Wähler als Regierungschefin. 30 Prozent der befragten Wähler wollen weder Merkel noch Beck im Kanzleramt.

Bei der sogenannten Sonntagsfrage nach dem Verhalten bei einer Bundestagswahl kommt die FDP mit 14 Prozent auf ihr erstmals im Juni erreichtes Jahreshoch. Das ist ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

Die Union gibt einen Punkt auf 35 Prozent ab. Die SPD verharrt auf 22 Prozent, die Linke verliert im Vergleich zur Vorwoche einen Zähler auf 14 Prozent. Bündnis 90/Grüne können auf zehn Prozent zulegen (plus ein Prozent).

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag der Illustrierten „Bunte“ wünschen sich immerhin 23 Prozent der Deutschen Beck als Kanzlerkandidaten seiner Partei. Favorit ist danach Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit 55 Prozent.

SPD-Vorstandsmitglied Hermann Scheer forderte seine Partei unterdessen auf, ihre pauschale Abgrenzungspolitik gegenüber der Linkspartei aufzugeben. „Nie-und-nimmer-Absagen an Koalitionen mit der Linken sind kontraproduktiv“, sagte er dem „Stern“.

Sie verhinderten nicht, dass die Linkspartei zulasten der SPD immer stärker werde. Die SPD schwäche sich mit ihrer Antihaltung nur selbst.

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