Umfrage: Bürger rügen Fehlstart der Großen Koalition

Umfrage
Bürger rügen Fehlstart der Großen Koalition

Die Große Koalition hat nach Ansicht der Mehrheit der Deutschen keinen guten Starthingelegt. Dass die Streitereien aufhören oder sich das Klima zumindest verbessert, erwartet kaum jemand.
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BerlinVier Wochen nach dem Amtsantritt von Schwarz-Rot sprachen46 Prozent der Befragten in einer Emnid-Erhebung wegen der andauernden Streitigkeiten zwischen Union und SPD von einem Fehlstart. Über zwei Drittel erwarten nicht, dass sich daran bald etwas ändern wird: In der Umfrage für die „Bild am Sonntag“ vertraten gar 81 Prozent die Ansicht, dass die Streitigkeiten weitergehen werden. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann mahnte die Koalition zu Geschlossenheit. Die Regierung müsse die Lehren aus der schwarz-gelben Koalition ziehen. „Die wurde abgewählt, weil die Menschen die permanente Zankerei nicht mehr wollten“, sagte er dem „Spiegel“.

In den ersten Wochen der neuen Regierung gerieten Union und SPD unter anderem über die Zuwanderungspolitik, den Mindestlohn, die Finanzierung der Rentenpläne und die Vorratsdatenspeicherung in Streit. Oppermann rügte in diesem Zusammenhang indirekt den SPD-Justizminister Heiko Maas, der abweichend vom Koalitionsvertrag angekündigt hat, das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vorerst auf Eis zu legen. „Ich rate allen Ministern in der großen Koalition, eng zusammenzuarbeiten“, sagte Oppermann. Die Fraktionen würden das ebenso halten.

Anders als die gesamte Koalition bekam Bundeskanzlerin Angela Merkel eine gute Note. 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie bessere Arbeit macht als ihr Vizekanzler, SPD-Chef Sigmar Gabriel. Nur 13 Prozentsehen den Sozialdemokraten vorn. Sechs Prozent glauben, dass beide gleich gute Arbeit leisten.

Die Linken-Vorsitzende Katja Kipping sagte, es sei offensichtlich: „Das ist bereits eine Koalition des Streites.“ Angesichts des Finanzierungsvorbehalts, mit dem die CDU sämtliche mögliche Verbesserungen aufhalten könne, sei jetzt schon klar: „Es wird vor allen Dingen eine Koalition des Stillstandes werden“, sagte Kipping zu Reuters TV.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Weshalb wird den Bürgern der Floh ins Ohr gesetzt die GroKo sei erwünscht.
    Ich glaube dies nicht und habe auf die Frage ob das richtig sei nur Ablehnung erfahren.
    Das Gegenteil scheint mir eher wahr zu sein.

  • Merkels Kabinett, ist das letzte Aufgebot was sie zusammen kratzen konnte, um an der Macht zu bleiben.
    Dieses Kabinett, wird nichts für uns Bürger gutes bringen, aber ihre Minister sorgen für sich selber kräftig vor.

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