Umfrage
Bürger so pessimistisch wie noch nie seit 1990

Die auf breiter Front steigenden Preise verängstigen die Deutschen: Die Bürger sehen ihre künftige wirtschaftliche Lage laut einer Umfrage so pessimistisch wie noch nie seit der Wiedervereinigung 1990. Dass die Große Koalition die drängendsten Probleme lösen kann, glauben indes nur noch wenige.

HB BERLIN. So gehen 41 Prozent davon aus, dass es ihnen finanziell in einem Jahr schlechter gehen wird als momentan. 42 Prozent erwarten eine unveränderte Entwicklung. 15 Prozent rechnen mit einer Verbesserung, wie das am Freitag veröffentlichte ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen ergab.

Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer veränderten Rangfolge der als gravierend bewerteten Probleme. Das Thema Kosten, Preise und Löhne ist inzwischen mit 60 Prozent der Nennungen das mit deutlichem Abstand wichtigste Thema vor der Arbeitslosigkeit mit 34 Prozent. Fast jeder, nämlich 95 Prozent der Befragten, sieht in den gestiegenen Energiepreisen ein sehr großes oder großes Problem. Für 84 Prozent gefährden die Energiepreise den Wohlstand, nur 15 Prozent sehen das nicht so.

Als Reaktion auf die gestiegenen Spritpreise geben 55 Prozent der Autofahrer an, ihr Fahrzeug öfter stehen zu lassen. 29 Prozent wollen benzinsparender fahren. 16 Prozent erwägen den Kauf eines kleineren Autos. 8 Prozent geben an, ihr Auto ganz abschaffen zu wollen. 14 Prozent beabsichtigen, an anderer Stelle zu sparen. 21 Prozent wollen nichts ändern. Bei der Frage waren Mehrfachnennungen möglich.

Der Großen Koalition trauten immer weniger Bürger zu, für die Lösung der Probleme einen wichtigen Beitrag leisten zu können. Nur noch 35 Prozent erwarteten dies, im November seien es noch 49 Prozent gewesen. 58 Prozent machten sich da keine großen Hoffnungen, im November seien es 46 Prozent gewesen.

Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte von Dienstag bis Donnerstag per Telefon repräsentativ 1292 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte.

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