Umfrage Bürger wünschen sich große Koalition

Schluss mit Schwarz-Gelb - wenigstens, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre. Dann würde sich die Mehrheit der Deutschen eine große Koalition wünschen.
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Der Plenarsaal des deutschen Bundestages. Quelle: Reuters

Der Plenarsaal des deutschen Bundestages.

(Foto: Reuters)

Berlin Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl wünscht sich die Mehrheit der Bundesbürger laut dem neuen ZDF-Politbarometer eine große Koalition. In der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen ist eine gemeinsame Regierung von CDU/CSU und SPD die einzige Parteienkombination, die von einer absoluten Mehrheit der Befragten positiv bewertet wird. 54 Prozent finden solch eine Koalition gut, 23 Prozent bewerteten dies eher negativ. Der Rest ist unentschlossen beziehungsweise nicht interessiert.

Alle anderen Koalitionsmodelle werden eher schlecht als gut bewertet. Eine rot-grüne Koalition fänden 39 Prozent gut und 41 Prozent schlecht. Schwarz-Grün kommt nur bei 30 Prozent der Befragten gut an, 43 Prozent sehen diese Kombination eher negativ. Die Fortsetzung des schwarz-gelben Regierungsbündnisses bewerten nur 19 Prozent positiv, und 54 Prozent fänden dies schlecht. Auch eine Zusammenarbeit von SPD, Linken und Grünen finden nur 17 Prozent gut und 64 Prozent schlecht. Rot-Grün-Gelb favorisiert nur eine Minderheit von 14 Prozent, 59 Prozent halten diese Variante für schlecht.

Die Wunschkoalition der Bürger scheint nicht völlig abwegig, wie die Umfrage weiter zeigt. Weder die amtierende Regierungskoalition von Union und FDP noch eine alternative Koalition aus SPD und Grünen hätte derzeit eine eigene Mehrheit. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die CDU/CSU demnach einen Punkt verlieren und käme auf 36 Prozent. Die SPD würde sich um einen Punkt auf 30 Prozent verbessern. Die FDP käme nur noch auf vier Prozent (minus eins), die Linke und auch die Piraten würden jeweils unverändert bei sechs Prozent verharren, während die Grünen um einen Punkt auf 13 Prozent zulegen würden.

Die Liste der beliebtesten Politiker führt nach wie vor Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an. Auf der Skala von plus fünf bis minus fünf erhält Merkel einen Durchschnittswert von 2,0 und verbessert sich damit leicht im Vergleich zur letzten Umfrage im August (1,8). Auf Platz zwei folgt die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mit unveränderten 1,6, auf Platz drei landet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) mit 1,5 (zuletzt: 1,4).

Auf den weiteren Plätzen folgen Ex-Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 1,4 (zuletzt: 1,3), SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier mit unveränderten 1,3, Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 0,8 (zuletzt: 0,6), SPD-Chef Sigmar Gabriel mit 0,6 (zuletzt: 0,3) und CSU-Chef Horst Seehofer mit 0,5 (zuletzt: 0,3).

Linken-Fraktionschef Gregor Gysi liegt mit minus 0,4 (zuletzt: minus 0,5) im Negativbereich, ebenso wie Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mit minus 0,9 (zuletzt: minus 1,0). Die Forschungsgruppe Wahlen befragte in der Zeit vom 11. bis 13. September 1198 Wahlberechtigte.



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18 Kommentare zu "Umfrage: Bürger wünschen sich große Koalition "

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  • Die freien Wähler oder die Partei der Vernunft sind echte alternativen. Nur werden diese nie erwähnt in den Umfragen

  • Ja, bitte: Aber nicht so wie das letzte Mal, sondern wenigstens einmal zum Wohle des Bürgers zusammenstehen

  • @bilderberger: "ich finde mich in 54% wieder" - das passt total zum BILDerberger-Klischee, mit der Masse mitzuschwimmen. Deutschland wird sich nie verändern. Denn die Deutschen sind Angsthasen, die sich ihre Sicherheit am liebsten erkaufen würden, was aber aus der Natur der Sache heraus unmöglich ist! Ich wandere nach Kanada aus. RAUS aus dem EURO-ALBT-RAUM!!!

  • Das ist alles bedeutungslos - die Demokratie liegt in Trümmern, der Rechtsstaat auch. Dafür nimmt der Polizeistaat gestalt an. Juhuuu EUdSSR wir kommen... Wir Deutschen sind sooo gerne Sklaven, wir lieben es für andere zu schuften, wir lassen uns so gerne bestehlen und betrügen ...

    Dieser Mann - der einen Orden verdient hat und den ich für den Job des Bundespräsidenten vorschlagen würde - sagt die bittere Wahrheit:

    http://www.youtube.com/watch?v=sSJ3S3L-xPI

    (Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider)

  • Es gibt noch eine "Partei", die nicht im Parlament sitzt und weiter Zulauf haben dürfte:

    "Wahlbeteiligung erreicht historischen Tiefstand

    So wenige waren es noch nie: Nur 72,2 Prozent der wahlberechtigten Deutschen haben ihre Stimme zur Bundestagswahl abgegeben – die niedrigste Beteiligung seit Kriegsende. Und das, obwohl Nichtwähler im Vorfeld heftiger denn je umworben wurden."

    Quelle: Die Welt 27.09.09

  • Mein Problem ist, dass wir alsbald Schuldsklaven der EUdSSR sein werden. Sie auch.

  • Reuters-Rothschild vermeldet die der Bevölkerung einzuimpfenden Wünsche.

    Wird das Handelsblatt eigentlich gezwungen derartige Exkremente abzudrucken?

  • Zitat: "Warten wir ab."

    Genau.

  • LOL, glauben Sie.

    Warten wir ab. So etwas kann sich nämlich sehr schnell ändern und ein Verbot wird da nichts helfen. Hat damals auch nichts geholfen. Im Gegenteil.
    Der Bogen wurde überspannt und mit ein paar Parölchen wird sich dieser Schaden nicht mehr beheben lassen.

    Aber ich bin nur der Botschafter und diesen zu erschiessen macht wenig Sinn.

  • So irgendwie ist es doch völlig egal, welche Partei in der Regierung ist.
    Die Ost-Merkel bleibt Kanzlerin. Hinter den Kulissen kungeln Merkel und Steinmeir ja schon,die Beschimpfungen bei der großen Haushaltsdebatte von steinmeier gegen Merkel sind doch nur fürs dumme Volk.
    Steinmeir wird dann wieder Vizekanzler und änder wird sich nichts, außer, das das Volk noch mehr gegängelt und verarmt wird.
    Es sind tatsächlich Parallelen zur Weimarer Zeit erkennbar.
    Und die Deutschen? Sie gehen mit bis zum bitteren Ende

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