Umfrage: Deutsche bleiben auf Distanz zu Wulff

Umfrage
Deutsche bleiben auf Distanz zu Wulff

Die Umfragewerte für Bundespräsident Christian Wulff werden einfach nicht besser. Er verliert sogar weiter leicht an Rückhalt in der Bevölkerung. SPD und Grüne können davon allerdings nicht profitieren.
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Berlin/Köln/EssenDer Rückhalt in der Bevölkerung für den wegen seiner Kreditaffäre angeschlagenen Bundespräsidenten bröckelt weiter. Gleichzeitig sind die Deutschen in der Frage eines Rücktritts von Christian Wulff weiter gespalten. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage für den Deutschlandtrend des ARD-„Morgenmagazins“ befürworten 46 Prozent der Bürger einen Rücktritt. 45 Prozent sind der Meinung, Wulff solle weiter Staatsoberhaupt bleiben.

Bei der letzten Umfrage am 9. Januar hatten gleich viele Bürger einen Rücktritt des Bundespräsidenten verlangt. Allerdings waren noch 46 Prozent der Meinung, Wulff solle im Amt bleiben.

Die Opposition kann dennoch von der anhaltenden Debatte um Bundespräsident Christian Wulff offenbar nicht profitieren. Nach dem am Donnerstag veröffentlichten Deutschlandtrend der ARD könnten die Unionsparteien bei einer Bundestagswahl derzeit mit 36 Prozent der Stimmen rechnen. Dies ist ein Prozentpunkt mehr, als in der letzten Umfrage vom 5. Januar. Die SPD verliert demnach einen Prozentpunkt und käme nur noch auf 29 Prozent. Auch die Grünen verlieren einen Punkt auf 15 Prozent der Wählerstimmen. Weiter abgeschlagen bei drei Prozent und damit deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde rangiert die FDP. Die Piraten-Partei käme dagegen mit sechs Prozent in den Bundestag. Die Linken kämen auf sieben Prozent.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier befürchtet weitgehende Konsequenzen für die Politik generell, die durch Wulffs Affären in Verruf gerate. „Viele wollen doch glauben, es sei übliche Praxis in der Politik, ständig nur auf der Suche nach persönlichen Vorteilen zu sein“, sagte er den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe.

Für Wulff werde es „ein langer Weg“, Vertrauen und Respekt zurückzugewinnen. „Und ich habe Zweifel, ob es gelingt.“ Steinmeier fügte hinzu, er bleibe dabei, der Fall Wulff sei eine Causa Merkel. Die Kanzlerin aber „tut so, als lebe sie auf einem anderen Stern als ihr Kabinett, die FDP und der Bundespräsident“.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage: Deutsche bleiben auf Distanz zu Wulff"

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  • „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.“

    Keine weiteren Kommentare zu diesem unerwünschten Bundespräsidenten.


  • @margrit117888
    Einen 2.Hitler wird es in Deutschland nie mehr geben. So politisch unabhängig ist Deutschland nicht, dass die Gefahr besteht, dass hier wieder KZs aufgebaut werden. Auch kann man sich bei unserer Spar-Bundeswehr keinen Truppeneinmarsch in andere Länder vorstellen. Mag sein, dass hier ein paar Irre mit Nazi-Ideologien verseucht sind und Unschuldige umbringen. Diese Irren gibt es aber auch in Norwegen, Schweden, USA oder sonst wo. Zum 2.Punkt. Ich denke nicht, dass jemand hier sagt, dass Wulff gute Arbeit leistet und deshalb verschont werden soll. Vielmehr denken die Meisten, dass er eh als BP nichts zu melden hat und egal ist, wer die 200.000 Euro in dieser Position bekommt. Ich frage mich immer warum sich über die anderen Politiker keiner aufregt? Die sind doch alle gleich. Sie sind doch alle nur auf ihren eigenen Vorteil aus. Und selbst die, die mal mit Ehre im Leib ihre Karriere gestartet haben, werden so wie Wulff. Also wenn schon Aufklärungsmedien, dann auch konsequent für jeden und zu jedem Thema. Nicht in der einen Sache ständig rumbohren und bei anderen Dingen gerne mal was verschweigen. Und als letzten Punkt zu den Umfragen. So blöd sind die Deutschen nicht, dass soviele mit Fr.Merkels Arbeit zufrieden sind. Das ist obrigkeitshörige Meinungsmache unserer politisch gekauften Medien. Das wissen Sie doch auch. Sie haben doch die Verlogenheit der Medien hier auch schonmal kritisiert. Wieso glauben sie plötzlich an solche Umfragen? Denen glaubt doch keiner.

  • als rechtsanwalt könnten ihm die Klienten wegbleiben

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