Umfrage
Deutsche halten Parteien zunehmend für unfähig

Schlechte Nachrichten für die Politik: Knapp zwei Monate vor der Bundestagswahl hält die Mehrheit der Wähler keine Partei für fähig, die Probleme Deutschlands zu lösen. Gleichzeitig sinkt das Vertrauen, das die Bürger der Bundesregierung für die Bewältigung der Krise entgegenbringen. Auch an den Banken gibt es Kritik. Bei der Sonntagsfrage profitiert vor allem die FDP.

HB KÖLN. Beim am Freitag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend gaben 52 Prozent der Befragten an, die Probleme seien so groß, dass sie keiner Partei zutrauten, sie zu lösen.

SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier konnte die SPD mit seinem Deutschland-Plan zunächst nicht aus dem Tief führen. Zwar meinen 76 Prozent der Befragten, dass die SPD mit ihrem Deutschland-Plan "eine wichtige Diskussion angestoßen hat" und 68 Prozent sind der Ansicht, sie habe "mit dem Plan deutlich gemacht, für welche Ziele sie steht." Allerdings sind 73 Prozent der Meinung, dass das Ziel, in zehn Jahren vier Millionen neue Jobs zu schaffen, unrealistisch ist.

Laut der Umfrage verloren die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt. Derzeit käme die SPD auf 23 Prozent. Die Union büßte ebenfalls einen Punkt ein, liegt mit 35 Prozent aber weiter mit großem Abstand vorn. Zusammen mit der FDP (16 Prozent/plus 2) hätte sie derzeit eine Mehrheit. Grüne und Linke blieben unverändert bei 13 beziehungsweise 10 Prozent.

Weiteres Ergebnis: Immerhin 43 Prozent der Befragten sagen, noch nie sei ihnen bei einer Bundestagswahl die Entscheidung für eine Partei so schwer gefallen wie diesmal, 55 Prozent finden das nicht.

Mehr als drei Viertel der Bundesbürger finden, dass die Banken aus der Wirtschafts- und Finanzkrise keine Konsequenzen gezogen haben. Laut der Erhebung sind 81 Prozent der Ansicht, dass "die Banken nichts aus der Krise gelernt haben und weitermachen wie bisher". 91 Prozent der Bundesbürger glauben zudem, "dass sich eine weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wiederholen könnte".

Den Angaben zufolge sind 88 Prozent sind der Meinung, dass "die Folgen der Krise die kleinen Leute ausbaden müssen". Zugleich sank das Vertrauen in die Bundesregierung bei der Bewältigung der Krise. 62 Prozent sagen: "Ich vertraue darauf, dass die Bundesregierung uns gut durch die Krise führt". Dies sind acht Punkte weniger im Vergleich zum Juni. 36 Prozent haben kein Vertrauen in die Krisenkompetenz der Bundesregierung (plus 8 Prozentpunkte).

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