Umfrage
Deutsche sehen immer stärkere soziale Schieflage

Trotz des Wirtschaftsaufschwungs und der Entspannung am Arbeitsmarkt hat sich die soziale Schieflage nach Wahrnehmung der Deutschen drastisch verschärft. Das Ergebnis einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung steht damit in krassem Gegensatz zu den Äußerungen der Regierungskoalition.

HB BERLIN. Nur 15 Prozent der Befragten sagten in der Erhebung, der Aufschwung komme bei ihnen an. Dies ist laut Bertelsmann-Stiftung ein historischer Tiefstand: Noch im Jahr 2006 hätten 28 Prozent der Bundesbürger erklärt, das Einkommen sei gerecht verteilt. Dabei hatte die Regierungskoalition in den letzten Wochen wiederholt betont, dass die wirtschaftliche Erholung auch bei der breiten Masse der Bevölkerung zu spüren sei.

Am wenigsten realisiert ist nach Auffassung der Befragten die Verteilungsgerechtigkeit. Bei den Vorschlägen zur Lösung dieses Problems gäben die Deutschen mit 74 Prozent der Bekämpfung der Kinderarmut die höchste Priorität. Nahezu gleichauf liege mit 72 Prozent der Wunsch nach stärkerer steuerlicher Entlastung von Geringverdienern.

Für die Sicherung eines Mindesteinkommens durch Mindest-oder Kombilöhne plädierten demnach 69 Prozent. Für eine Wiedereinführung der Vermögensteuer oder eine stärkere Belastung von Unternehmensgewinnen sprach sich jeweils nur gut ein Drittel aus. Eine Erhöhung der Leistungen für Bezieher von Arbeitslosengeld II halten nur 28 Prozent der Bundesbürger für geeignet, mehr Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen.

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