Umfrage
Deutsche Wirtschaft bleibt Standort Osteuropa treu

Die Wirtschaft in Osteuropa schrumpft - mit Ausnahme von Polen, das als eines von wenigen Ländern in der EU ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal meldet. Die Region ist eine der wichtigsten Standorte für deutsche Firmen. Hauptgrund ist das immer noch günstige Lohnniveau.

WIEN/WARSCHAU. Die Wirtschaft in Osteuropa befindet sich im freien Fall - dennoch sind die dort vertretenen deutschen Firmen mit ihrem Standort zufrieden. Zu diesem vergleichsweise positiven Ergebnis kommt eine Umfrage der deutschen Außenhandelskammern in Mittel- und Osteuropa. Von Tallinn bis Sofia haben sich etwa 1 000 deutsche Unternehmen an der Umfrage beteiligt.

Als einziges Land überrascht im Moment Polen mit positiven Zahlen. Das dortige Statistikamt GUS meldete ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,8 Prozent - womit die größte Volkswirtschaft der Region als einziges Land dort ein Wirtschaftswachstum im ersten Quartal erzielte. In ganz Europa verzeichneten nur noch Zypern (plus 1,4 Prozent) und Griechenland (0,3 Prozent) einen Zuwachs beim BIP. Allerdings lag Polens Wachstum unter den Erwartungen von Markt und Regierung, die mit einem Prozent BIP-Plus gerechnet hatten. Im vierten Quartal 2008 hatte der Zuwachs noch 2,5 Prozent betragen.

Als Hauptgrund für das positive Ausscheren Polens aus den Negativszenarien nennen Experten wie Maciej Krzak vom Warschauer Wirtschaftsinstitut Case, dass "Polen nicht so exponiert auf Auslandsmärkten ist wie andere Länder Osteuropas". Der große Binnenmarkt und die "Konsumausgaben, die höher waren als zu erwarten", trügen erheblich dazu bei, dass Warschaus Wirtschaft sich positiv vom anhaltenden Niedergang in der Region unterscheide, sagt Krzak.

"Die Daten belegen, dass unsere Wirtschaft in einer deutlich besseren Verfassung ist, als die Skeptiker bisher immer behaupten", sagte der Chef der Warschauer Pekao-Bank, Ex-Premierminister Jan Krzysztof Bielecki. Das Kabinett des konservativen Regierungschefs Donald Tusk hatte kürzlich der EU-Kommission vorgeworfen, zu schlechte Prognosen für Polens Wachstum und Haushaltsdefizit abzugeben.

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