Umfrage
Deutsche wollen Börsensteuer

Laut einer Umfrage des Fondsverbands sprechen sich zwar die meisten Deutschen für eine Börsensteuer, zahlen sollen sie aber andere. Viele haben allerdings noch nie etwas von dieser Steuer gehört.
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FrankfurtDie meisten Deutschen sprechen sich einer Umfrage der Fondslobby zufolge für die Einführung einer Börsensteuer aus, wollen diese aber nicht selbst berappen. In einer Erhebung von TNS Infratest im Auftrag des deutschen Fondsverbandes BVI befürworteten 73 Prozent der Befragten die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Auf die anschließende Frage, ob man auch dann für eine solche Abgabe sei, wenn "überwiegend die Kleinanleger und Sparer die Kosten der Steuer tragen", sagten 78 Prozent "Nein". Nur 19 Prozent der 1000 Befragten waren immer noch dafür. "Sobald die Bevölkerung die Wirkung einer Finanztransaktionssteuer versteht, lehnt eine breite Mehrheit die Steuer ab", schlussfolgerte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter nach den am Donnerstag vorgelegten Ergebnissen. Rund 36 Prozent der Befragten sagten zudem, dass sie noch nie etwas von der Steuer gehört hätten.

Die Bankenlobby war zuletzt gegen die Einführung der Finanztransaktionssteuer auf EU-Ebene Sturm gelaufen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte Ende Mai berichtet, dass die Steuer angesichts massiver Kritik von Banken und wachsender Bedenken in den beteiligten EU-Staaten stark eingedampft werden könnte. Zurzeit überarbeiten die EU-Staaten einen Gesetzentwurf der EU-Kommission.

Die Fondsgesellschaften verwalten nach Angaben des BVI gut zwei Billionen Euro für rund 50 Millionen Deutsche. Während die Fondsgesellschaften nicht von der Steuer betroffen seien, müssten die Kosten aus den Wertpapier-Transaktionen direkt aus den Vermögen der Anleger entrichtet werden. Die Abgabe würde für die Investoren den Branchenangaben zufolge immer dann greifen, wenn Vermögensverwalter die Bestandteile ihrer Fonds änderten.

Auch bei börsennotierten Indexfonds (ETF) wäre die Abgabe fällig: Fällt beispielsweise ein Wert aus dem Dax, müssten Dax-ETFs die Index-Veränderung nachvollziehen und diesen Wert austauschen, wodurch der Anleger die Steuer zahlen müsste. Mehrere große ETF-Anbieter hatten sich deshalb im Stillen zuletzt kritisch über die Steuerpläne geäußert, da sie bei einer Einführung Geschäftseinbußen fürchten. Bisher profitierten ETFs davon, dass für sie im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds nur eine geringe Gebühren verlangt wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage: Deutsche wollen Börsensteuer"

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  • Eine Börsensteuer wird das Problem der Börse auch nicht bändigen können.

    Was hat zum Beispiel der Hochfrequenzhandel mit der eigentlichen Funktion der Börse zu tun? Zusammenführung von Angebot und Nachfrage? Wohl kaum. Wie viele Kursmanipulationen hat es bereits in der Geschichte der Börse gegeben? Mehr als genug.

    Dadurch dass die Börse seit jeher mal mehr, mal weniger manipuliert wurde, zugunsten derer die dieses Instrument als Bereicherungsapparat ansehen, kann man hier nicht von realitätsnahen Preisen / Kursen sprechen, welche im Sinne der Börse eigentlich hergestellt werden sollten.

    Die Gier vieler Menschen wird eine Börsensteuer bestimmt nicht aufhalten Schlupflöcher und Tricksereien zu entwickeln um dieses Hinderniss erfolgreich zu umkurven.

  • Es gab schon mal eine Börsen-Umsatzsteur, die hat Kohl abgeschafft

  • PisaPisa
    ja, so ist es.
    Die Detuschen wollen diese Steur, wissen abr gar nicht, was es ist
    Also noch dümmer geht es wirklich nicht mehr

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