Umfrage
Deutsche wollen Krisenengagement - ohne Waffen

Im Laufe des Monats will die Bundesregierung Panzerfäuste, Gewehre und Handgranaten an kurdische Kämpfer im Irak liefern. Der Mehrheit der Wahlberechtigten lehnt das ab. Auch Ideen des Nato-Gipfels kommen nicht gut an.
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Köln/BerlinDie von der Bundesregierung beschlossenen Waffenlieferungen an die Kurden im Nordirak stoßen bei den Bundesbürgern mehrheitlich auf Ablehnung.

58 Prozent seien gegen solche Waffenlieferungen, 38 Prozent befürworteten sie, ergab eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des ARD-Deutschlandtrends. Die Zustimmung nahm damit im Vergleich zur Vorwoche um vier Punkte zu.

Die Bundesregierung hatte am Sonntag beschlossen, den Kurden panzerbrechende Waffen zu liefern, um sie im Kampf gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Die erste Lieferung dieser Rüstungsgüter soll im Lauf des Septembers auf den Weg gebracht werden. Dabei wird es unter anderem um Panzerfäuste, Gewehre, Handgranaten und Munition gehen.

60 Prozent gegen Nato-Kasernen in Osteuropa

Auf breite Ablehnung stößt auch die in der Nato diskutierte Stationierung von mehr Soldaten in osteuropäischen Mitgliedsländern, um sich vor möglichen Bedrohungen aus Russland zu schützen. 60 Prozent der Deutschen sind der Umfrage zufolge gegen die Stationierung, 35 Prozent der Bürger befürworten einen solchen Schritt.

Eine knappe Mehrheit der Deutschen findet der Erhebung zufolge aber, dass sich Deutschland künftig stärker bei internationalen Krisen engagieren soll. 56 Prozent der Befragten nannten dies als „grundsätzlich richtig“. 40 Prozent der Befragten lehnen das ab.

Für eine große Mehrheit (89 Prozent) ist die Nato wichtig, um den Frieden in Europa zu sichern. 56 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Nato größere Verantwortung übernehmen sollte. Nach Ansicht von knapp einem Drittel (31 Prozent) sollte die Ukraine in das Bündnis aufgenommen werden.

58 Prozent empfinden angesichts der Vielzahl internationaler Konflikte und Krisen die weltpolitische Lage als bedrohlich oder sehr bedrohlich. Für den ARD-„Deutschlandtrend“ wurden vom 1. bis 2. September 1003 Wahlberechtigte am Telefon befragt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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