Umfrage

Deutsche wollen nicht Weltpolizist spielen

Waffen für kurdische Kämpfer sind erst der Anfang: Gauck, Steinmeier und von der Leyen wollen eine größere Verantwortung Deutschlands in der Welt. Eine Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bundesbürger sieht das ganz anders.
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Panzerabwehrsystem „Milan“: Waffenlieferungen sollten nur in Ausnahmefällen erlaubt werden, findet knapp die Hälfte der Deutschen. Quelle: dpa

Panzerabwehrsystem „Milan“: Waffenlieferungen sollten nur in Ausnahmefällen erlaubt werden, findet knapp die Hälfte der Deutschen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Mehrheit der Bundesbürger lehnt eine größere militärische Verantwortung Deutschlands in der Welt ab. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov für die Nachrichtenagentur dpa sprechen sich 57 Prozent der Befragten dagegen aus, nur 30 Prozent sind dafür.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Verteidigungsminister Ursula von der Leyen (CDU) und Bundespräsident Joachim Gauck hatten sich erstmals Anfang des Jahres auf der Münchner Sicherheitskonferenz für mehr Verantwortung Deutschlands in der Welt ausgesprochen. Die am Sonntag beschlossenen Waffenlieferungen in den Irak gelten als ein Schritt in diese Richtung. Die kurdische Armee soll unter anderem Panzerabwehrraketen, Granaten, 16.000 Sturmgewehre und mehrere Millionen Schuss Munition für ihren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erhalten.

Laut Umfrage meinen 49 Prozent, solche Waffenlieferungen sollten nur in Ausnahmefällen erlaubt werden. 39 Prozent sind grundsätzlich dagegen und fünf Prozent grundsätzlich dafür. Jeder Dritte (34 Prozent) sprach sich gegen Kampfeinsätze der Bundeswehr aus, jeder Zweite (50 Prozent) würde sie aber in seltenen Ausnahmefällen zulassen.

In früheren Umfragen waren etwa zwei Drittel der Bundesbürger gegen die Waffenlieferungen in den Irak. Auch die Kampfeinsätze der Bundeswehr lehnten in den bisherigen Umfragen die meisten Teilnehmer ab.

Unterdessen befürchten zwei Drittel der Deutschen laut YouGov und dpa eine russische Invasion in der Ostukraine. Demnach glauben 65 Prozent, dass Moskau nach der Krim weitere Teile des Nachbarlandes besetzen und unter seine Kontrolle bringen werde. Trotzdem ist die Hälfte der Bundesbürger (51 Prozent) gegen eine Verstärkung der Nato-Präsenz in den östlichen Mitgliedstaaten als Reaktion auf die Ukraine-Krise. Jeder Dritte (33 Prozent) ist dafür.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato kommen am Donnerstag in Wales zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammen, um über die Konsequenzen aus der Ukraine-Krise zu beraten. Das Bündnis will seine militärische Reaktionsfähigkeit in Krisensituationen deutlich beschleunigen. Ob und wie viele Soldaten dafür zusätzlich in den östlichen Mitgliedstaaten stationiert werden, ist noch unklar. Vor allem Polen und die baltischen Länder, die an Russland grenzen, fühlen sich bedroht.

  • dpa
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13 Kommentare zu "Umfrage: Deutsche wollen nicht Weltpolizist spielen"

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  • @ Margrit Steer „......Kriegsbeginn vor 75 Jahren.“

    Dieser Kriegsbeginn wird sehr einseitig dargestellt, so, wie es die Alliierten verlangen. Alles, was zwischen 1919 und 1939 in den Polen zugesprochenen Gebieten und deren nicht polnischstämmigen Bewohnern, Deutschen, Ungarn, Ukrainern und Weißrussen, später auch noch Tschechen, passierte, wird sorgfältig ausgeklammert. Auch, daß dieser Krieg schon am 30. August 1939 um 23:00 Uhr begann, das ist der Zeitpunkt der polnischen Generalmobilmachung, wird ausgeblendet. Statt dessen werden die bekannten Propagandabilder gezeigt, damit die Buhmannation sich auch weiterhin schuldig fühlen muß.

    „Und die in Berlin machen es derzeit genau so.“
    Nein, machen sie nicht. Die Reichsregierungen ab 1919 bis 1939 haben es sehr sorgfältig vermieden sich in die Angelegenheiten ihres Nachbarn Polen einzumischen. Sie haben es bei Appellen, Hinweisen auf das Völkerrecht und Verträgen belassen, die Polen leider nicht befolgte bzw. einhielt. Wäre dies, was den o.a. Menschen passiert ist, Angelsachsen passiert, wären deren Staaten schon damals dort einmarschiert und kein Hahn hätte danach gekräht.
    Die Bundesregierung folgt ihrem Herrn und Meister USA, sie ist seit 1949 Vasall und daran soll sich, so Obama, auch in Zukunft nichts ändern.

  • Unsere BW wäre doch gar nicht in der Lage unser Land zu verteidigen, wenn das sein mußte. So sieht es doch aus

  • Herr W.H.
    Genau so ist es.
    Derzeit aber zündelt Deutschland enorm und die merken es offenbar in Berlin nicht mal.
    Und dann dieser ekelhafte Gauck, der sein Amt enorm mißbraucht und Kriegstreiberei betreibt.
    Es muß dringend gefragt werden, was los ist in Deutschland.
    Z. Zt. sehen wir auf jedem TV-Seder irgend etwas zum Dritten Reich, Kriegsbeginn vor 75 Jahren.
    Und die in Berlin machen es derzeit genau so.
    Wiederholt sich Geschichte?

  • Deutschland als „Weltpolizist“?

    Wer das fordert, sollte sich einmal die Ausrüstung der BW ansehen und sich fragen, womit die Ausrüstung transportiert werden soll, damit der „Weltpolizist“ D seine Aufgaben ausführen kann. Ganz zu schweigen von der derzeitigen Personalstärke. Die nächste auftauchende Frage ist dann, wer diese Aufgaben unterstützt. Verfügt die BW über entsprechende Überwassereinheiten oder müßte sie diese bei den anderen „Weltpolizisten“ leihen?.

  • Deutschland soll und muß für Deutsche/Deutschland sein. Alles andere können wir nicht!!! Es reicht, wenn uns kriminelle, asoziale Schmarotzer ungestraft mit Billigung der Politik, Polizei erpressen dürfen!!!

  • Die Grenzen in Arabien sind der Unruheherd. Diese wurden aber von den Siegermächten das 2. Weltkrieges gezogen und Deutschland hatte darauf keinen Einfluss.

    Die derzeitige Lage im Irak wurde von Bush und seinen Freunden bei Halliburton verursacht, auch ohne grossen Einfluss der Deutschen.

    Die ganze Hilfe in der Region und der Einsatz in Afghansitan haben - gefühlt - überhaupt gar nichts gebracht.

    Warum sollte sich also irgendein Deutscher da noch einmischen oder engagieren wollen ?

    Wenn wir das ganze Geld das da verschwendet wurde statt dessen in unsere Brücken gesteckt hätten, dann hätte ISIS nicht so tolle Waffen von den Irakern erobern können.

  • Es geht immer nur um wirtschaftliche Interessen; Rüstung/Zerstörung, ÖL, Aufbau und Kredite; und damit "Schlinge um den Hals".

  • Panzerbrechende Waffen für kurdische Kämpfer? Strategisch gar nicht schlecht gemacht, denn wenn die PKK erst einmal die Milan in die Finger bekommt, dann kann sich der türkische Oberislamist in seinem Bunker verkriechen und wir werden von seinen Besuchen verschont.

  • Genau so ist es! Alles andere ist die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Einzelner!

  • Wenn man aber z.B. in derim Ukraine Putsch die Rolle der sehr homogen berichtenden Medien sieht, ist es gut, wenn Deutschland keine Weltpolizei spielt.
    Im Übrigen geht es doch sowieso nicht um Weltpolizei sondern um Durchsetzung der Machtinteressen, vornehmlich der Amerikaner.

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