Umfrage: Euro-Krise schadet SPD mehr als Steinbrück

Umfrage
Euro-Krise schadet SPD mehr als Steinbrück

Die SPD kommt nicht voran: Im Deutschlandtrend verlieren die Sozialdemokraten einen Prozentpunkt an die Grünen. Die Union bleibt mit 40 Prozent klar die stärkste Kraft – allerdings bleibt die FDP ein Wackelkandidat.
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BerlinTrotz der Debatte um Steuerbetrug und Steuergerechtigkeit verharrt die SPD im Umfragetief. Im neuen ARD-„Deutschlandtrend“ sinken die Sozialdemokraten um einen Punkt auf 26 Prozent. Dabei setzt die Partei im Wahlkampf darauf, mit der Forderung nach einer härteren Gangart gegenüber Steuerbetrügern punkten zu können. Stärkste Kraft bleibt die Union, die laut Infratest dimap im Vergleich zur Vorwoche unverändert auf 40 Prozent kommt.

Die Grünen verbessern sich um einen Punkt auf 15 Prozent. Die FDP verharrt bei vier, die Linke kommt weiter auf sieben Prozent. Die Euro-Kritiker der „Alternative für Deutschland“ landen bei drei Prozent. Damit liefe es derzeit auf eine große Koalition oder Schwarz-Grün hinaus.

Kanzlerin Angela Merkel ist der Umfrage zufolge weiterhin die beliebteste Parteipolitikerin. Mit ihrer Arbeit sind aber nur noch 65 Prozent der Deutschen zufrieden (-3). SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück liegt mit 33 Prozent (+1) weiter deutlich hinter Merkel. Wenn die Deutschen den Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich 59 Prozent für Merkel entscheiden (-1), 28 Prozent für Steinbrück (+3). Damit kann der frühere Bundesfinanzminister etwas zulegen.

Aus Sicht der Bürger ist Steinbrück nicht der Hauptgrund dafür, dass die SPD in Umfragen mäßig dasteht. 70 Prozent finden, ein sehr großes oder großes Problem für die SPD sei, dass sie „nicht richtig deutlich gemacht habe, wie sie die Euro-Krise lösen will“. Ebenfalls 70 Prozent meinen, die Ankündigung, nach der Wahl die Steuern zu erhöhen, sei ein Problem für die SPD. 66 Prozent sagen, „dass die CDU mit Angela Merkel eine sehr geschätzte Kanzlerin hat“.

Die Mehrheit der Deutschen glaubt, dass die Pläne von SPD und Grünen, nach der Wahl die Steuern für höhere Einkommen anzuheben, den Parteien im Wahlkampf schaden werden. Allerdings finden 72 Prozent es richtig, die Steuern für Menschen mit höheren Einkommen zu erhöhen – SPD und Grüne wollen einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent.

Nach den Veröffentlichungen über die Ermittlungen gegen Bayern Münchens Präsidenten Uli Hoeneß wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung sprechen sich 34 Prozent der Befragten dafür aus, die strafbefreiende Selbstanzeige bei Steuerdelikten künftig generell abzuschaffen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • @ hagadi - Fortsetzung

    • Es muss vom Gesetz her geregelt werden, daß Beschäftigung nur noch auf versicherter und versteuerter Basis stattfinden darf und somit ein Teil der erwirtschafteten Erträge dem Allgemeinwohl zugute kommt. Dazu gehört auch die Refomierung des Altersicherungssystems-weg von Renten-u. Pensionssystem, hin zu einem gleichberechtigtem, sozialverträglichem Einheitssystem für alle Beschäftigten. Das Umzusetzen sollte oberstes Gebot der Regierung sein. Nur wenn ich im eigenen Land ein funktionierendes, dem Bürger Sicherheit vermittelndes Sozialgefüge gibt, kann man auch daran denken befreundeten Nationen zur Seite zu stehen.
    Niemals aber so wie es momentan geschieht, auf Kosten der Fürsorgepflicht dem eigenen Volkes gegenüber.
    Dazu gehört als Erstes die sofortige Abkehr von einer europäischen Gemeinschaftwährung zurück zu länderspezifischen Währungen wie vor der EURO-Einführung, um weiterer Vernichtung von Milliarden vorzubeugen, die besser dem Abbau der Arbeitslosigkeit durch Aufbau eines neuen Besschäftigungssystems vorbehalten bleiben sollten.

  • Der ganze Wahlkampf ist Humbug.
    Sollte bis zu den Wahlen keine Abkehr vom EURO erfolgen, gibt es sowieso nur einen Ausweg:

    ALTERNATIVE für DEUTSCHLAND!

    Da braucht man keinen Wahlkampfprognosen mehr seine Aufmerksamkeit schenken. Diese EURO-Rettungspolitik blockiert ganz Europa und schafft nur immer mehr länderspezifische Nachteile. Die Schuldenlast wird am Ende für Schuldner, wie Gläubiger zum wirtschaftlichen Exitus führen. Europa kommt so nicht auf die Beine, dafür muss jeder Staat für sich mit eigener Währung sorgen. Und warum auch nicht, schließlich haben die Staaten auch alle eigene Sprachen, Wirtschafts- u. Sozialsysteme und kamen vor der unsinnigen Gemeinschaftswährung ganz gut zurecht.

    Da die AfD als neue Partei den EURO abzuschaffen sucht, ist Volkes Meinung diesmal gefragt, will es nicht weiter zuschauen wie unser komplettes Sozialsystem immer weiter den Bach runtergeht, nur um Wirtschafts- u. Sozialsysteme anderer Länder kurzfristig zu stützen (Retten ist so nicht möglich, da sie diese Schuldenlast nie wieder loswerden)
    Nach Abkehr vom Euro kann die Regierung sich wieder dem Aufbau des eigenen Steuer-u. Sozialsystems widmen.
    Deutschland muss endlich wieder zu einem Beschäftigungssystem zurückfinden, welches den Sozialstaat trägt und den Bürger schützt. Nämlich Abbau der Arbeitslosen durch Reformierung des Jobsystems. Dann muss man auch die Arbeitslosenzahlen nicht mehr schönlügen.
    Sämtliche 1-EURO, Geringverdiener bzw. alle Beschäftigungsverhältnisse ohne Steuer- u. Sozialabgabepflicht gehören abgeschafft. Sie nützen auf Dauer weder den Beschäftigten, noch dem Staat-verdienen dadurch ebenfalls den Arbeitslosenstatus.
    Den Beschäftigten werden die Rechte, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, sowie Aufbau einer Alterssicherung etc. entzogen durch diese Art Beschäftigung und dem Staat fehlen die Gelder, um derartige Leistungen aufzubauen.

    Fortsetzung folgt wg. 2000 Zeichenbegrenzung

  • Kanzlerin Angela Merkel ist der Umfrage zufolge weiterhin die beliebteste Parteipolitikerin.
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    Ja, so sind sie halt die Deutschen. Sie haben offenbar einen Hang dazu, immer den falschen Propheten nachzulaufen.

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